„Weil Einweg nicht dein Weg ist“ – Glasklare Kampagne von Fritz Kola

„Weil Einweg nicht dein Weg ist“ – Glasklare Kampagne von Fritz Kola

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Es begann vor einigen Wochen mit Installationen aus PET-Einwegflaschen, die in nächtlichen Guerilla-Aktionen in mehreren deutschen Großstädten aufgebaut wurden. Und derzeit sind bundesweit Großplakate mit dem Aufruf „Trink aus Glas“ zu sehen. Hinter der Aktion steckt Fritz Kola mit einer Kampagne, die junge und junggebliebene Menschen auffordert, auf Glas-Mehrwegflaschen beim Getränkekonsum zu setzen und auf den Zusammenhang zwischen Mehrweg, Abfallaufkommen und nachhaltigem Konsum zu achten.

Auf der Kampagnenwebseite bietet Fritz Kola zahlreiche Daten und Fakten rund um das Thema Mehrweg, Ökobilanzen und Mehrwegkreisläufe bis hin zu Fragen zur Glasproduktion.  Die Kampagne ist offen für Partner und ist langfristig angelegt. Alle Informationen gibt es auf der Kampagnenwebseite.

Foto Aktion Hamburg: offenblen.de
Argumente für Mehrweg

Argumente für Mehrweg

Düsseldorf 10. Februar 2020 | Mehrwegflaschen gelten für 94 Prozent aller Verbraucher in Deutschland als umweltfreundlichste Verpackungslösung für Getränke. Das bestätigt eine kürzlich...

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Argumente für Mehrweg

Argumente für Mehrweg

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Düsseldorf 10. Februar 2020 | Mehrwegflaschen gelten für 94 Prozent aller Verbraucher in Deutschland als umweltfreundlichste Verpackungslösung für Getränke. Das bestätigt eine kürzlich veröffentlichte repräsentative Umfrage des Arbeitskreises Mehrweg. Doch in der Diskussion über die ökologischen Vorteile von Mehrwegflaschen gegenüber Einwegflaschen werden regelmäßig Aussagen getätigt, die belegen sollen, Einwegflaschen könnten Mehrwegflaschen ökologisch „das Wasser reichen“. Im nachfolgenden Argumentationspapier sind einige dieser Aussagen aufgeführt und werden anhand der gültigen Argumente und Fakten überprüft.

Aussage: Durch die hohen Sammel- und Recyclingquoten oder auch durch Gewichtsreduktionen seien Einwegflaschen und -dosen deutlich umweltfreundlicher geworden. Hinzu kämen steigende Recyclatanteile, etwa in PET-Flaschen, durch die die Gebinde zunehmend ökologischer würden.

Fakten: Das Kernelement der deutschen und europäischen Abfallwirtschaft ist die Abfallhierarchie. Gemäß der Abfallhierarchie steht an erster Stelle Vermeidung, gefolgt von der Wiederverwendung. Erst danach folgt Recycling. Selbst wenn Einwegflaschen recycelt werden, sind sie also nur die drittbeste Lösung. Schon aus diesem Grunde können Einwegflaschen nicht auf einer Stufe mit Mehrweggebinden stehen. Grundsätzlich sind Recycling und der steigende Einsatz von Recyklaten zu begrüßen. Tatsächlich erfolgt dies aber sowohl bei Mehrweg- wie auch bei Einwegflaschen. Der entscheidende Unterschied: eine Mehrwegflasche aus Glas wird bis zu 50-mal, eine aus PET bis zu 25-mal befüllt, bevor sie recycelt wird. Hinzu kommt, dass Mehrweg Flaschen aus Weißglas im Durchschnitt 63 Prozent, solche aus Grünglas sogar 80 Prozent Rezyklatanteil enthalten, wohingegen der durchschnittliche Rezyklatanteil in Einweg- PET-Flaschen lediglich 26,2 % beträgt. Auch aus diesem Grund sind Mehrwegflaschen grundsätzlich Einwegflaschen vorzuziehen.

Aussage: Neue ökobilanzielle Daten würden zeigen, dass Einweggebinde mit Mehrweggebinden ökologisch gleichgezogen hätten.

Fakten: Alle derzeit vorliegenden, durch das Umweltbundesamt anerkannten Ökobilanzen bestätigen den ökologischen Vorteil von Mehrweggebinden. Es gibt keine anerkannte Ökobilanz, die die Behauptung unterstützen könnte, dass Einweggebinde mit Mehrweggebinden gleichgezogen hätten. Die Ökobilanz, die im Herbst 2019 vom Fachverband Kartonverpackungen (FKN) vorgelegt wurde, enthielt so eklatante Mängel, dass sie nach kurzer Zeit offiziell wieder zurückgezogen werden musste. Hochrechnungen, die im vergangenen Jahr veröffentlicht wurden, vergleichen jüngere Daten zu Einweggebinden mit älteren Daten über Mehrweggebinde. Dabei entsteht der Eindruck, Einweggebinde hätten sich im vergangenen Jahrzehnt ökologisch verbessert, während die Entwicklung von Mehrweggebinden stagniert wäre. Das ist aber falsch. Beispiele jüngst in Betrieb gegangener Mehrwegabfüllanlagen unterstreichen eindrucksvoll den in diesem Bereich erreichten technischen Fortschritt, so etwa die im vergangenen Jahr ausgezeichneten Mehrweganlagen in den Brauereien Hochdorfer Kronenbrauerei (Nagold-Hochdorf) und Fiege (Bochum) oder im Jahr davor im Mineralbrunnenunternehmen Wüllner (Bielefeld). Sie sparen rund 50 % Wasser und bis zu 35 % Energie im Vergleich zu den Vorgängermodellen. Auch sind Mehrwegflaschen aus Glas leichter geworden. So wurde das Gewicht der Perlenflasche für Mineralwasser seit 2009 um 10 % verringert.

Aussage: Individual-Mehrweggebinde seien weniger ökologisch als sogenannte Poolflaschen und Einweggebinde.

Fakten: Poolflaschen, also Mehrwegflaschen, die von mehreren Herstellern verwendet werden, haben gegenüber individuellen Mehrwegflaschen Vorteile. Vor allem haben Poolflaschen durchschnittlich kürzere Transportwege und daher geringere CO2-Emissionen als individuelle Gebinde. Dennoch sind Individual-Mehrwegflaschen im Durchschnitt ökologisch vorteilhafter als Einwegflaschen oder Dosen. Beispielsweise könnte eine 0,5l-NRW-Bierflasche bis zu 1000 Kilometer transportiert werden und hätte dennoch eine bessere Klimabilanz als eine Dose aus Weißblech*. Die 2013 im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) und des Handelsverbandes Deutschland (HDE) durchgeführte Deloitte-Studie kommt zu dem Schluss, dass Individualgebinde alle in den Basisszenarien bisheriger Ökobilanzen zu Getränkeverpackungen angenommenen Umlaufzahlen und Transportentfernungen erfüllen und somit ebenfalls als ökologisch vorteilhaft im Vergleich zu Einweggebinden einzuschätzen sind.

Aussage: Durch die angeblich hohe Zahl an Individualgebinden sei das Mehrwegsystem nicht mehr voll funktionsfähig. So sei das System etwa durch erhöhten Sortieraufwand nicht mehr effektiv.

Fakten: Es gibt derzeit keine nachvollziehbaren Zahlen zu den Marktanteilen von Individualgebinden. Sicher ist nur, dass die Zahlen je nach Marktsegment (Bier, Mineralwasser, Fruchtsäfte, Erfrischungsgetränke, etc.) sehr unterschiedlich sind und zudem je nach Region stark schwanken. Für den Mineralwasserbereich gilt, dass die Poolgebinde der Genossenschaft Deutscher Brunnen mit einem Anteil von mehr als 70 Prozent nach wie vor eine marktbeherrschende Stellung haben.

Vor allem lenkt die Diskussion um die Zahl und die Marktanteile von individuellen Mehrwegflaschen aber von den entscheidenden Fragen ab. Denn zum einen ist festzustellen, dass Individualgebinde überwiegend regional verbreitet werden. Selbst ein bundesweit arbeitendes Unternehmen wie der Gerolsteiner Mineralbrunnen gibt an, rund 80 Prozent seiner Produkte im Kerngebiet rund um den Standort in der Eifel zu verkaufen. Das führe zu keinen höheren Transportentfernungen als die Abfüllung in eine Poolflasche**.

Die zweite entscheidende Frage betrifft den Sortiertaufwand. Es trifft sicherlich zu, dass durch eine zunehmende Anzahl von Individualgebinden ein erhöhter Sortieraufwand entsteht. Der Engpass liegt aber nicht in der Sortierfähigkeit der Gebinde, sondern darin, Maßnahmen, die bereits als Lösung erkannt, diskutiert und teils bereits implementiert sind, auch verstärkt umzusetzen. Ein Beispiel sind Bier-Sixpacks, die sehr oft in Markenkästen in den Handel transportiert werden, aber vom Endverbraucher als Einzelflaschen zurückgegeben und dementsprechend auch zurückgeführt werden. Eine Lösung lautet, die Six-Packs auf neutralen Kästen und Trays anzuliefern und diese auch für die Rückführung der Einzelflaschen zu nutzen. Diese von der Firma Logi-Pack entwickelte Lösung hat ihre Funktionsfähigkeit bewiesen, ist allen wichtigen Marktteilnehmern bekannt und müsste lediglich in der Breite implementiert werden.

Hinzu kommt, dass die Deloitte-Studie von 2013 klar gezeigt hat, dass Individualflaschen in der Region direkt zwischen Brauereien getauscht werden und/oder durch den Getränkefachgroßhandel (GFGH) sortiert und zurückgeführt werden. Hierzu sind in den vergangenen Jahren automatisierte oder teilautomatisierte Sortieranlagen entstanden. Ferner hat der GFGH erklärt, diese Kapazitäten im Dienstleistungsbereich weiter ausbauen zu können und zu wollen. Schließlich wird jüngst erneut die Frage neuer Poolflaschen auch im Brauereisektor diskutiert. Vorbild ist dabei die „neue Perlenflasche“ im Mineralwassermarkt, die im vergangenen Jahr sehr erfolgreich durch die Genossenschaft Deutscher Brunnen auf den Markt gebracht wurde.

Aussage: Wenn von heute auf morgen alle Einweggebinde durch Mehrweggebinde ersetzt würden, drohe ein Verkehrschaos und die CO2-Emmission stiegen durch die vermehrten Transporte.

Fakten: Hochrechnungen haben ergeben: würden alle alkoholfreien Getränke in Deutschland anstatt in Einweggebinden in Mehrwegverpackungen abgefüllt, könnten bei Berücksichtigung aller Faktoren inklusive des Transportes und der Reinigung rund 1,4 Mio. Tonnen CO2 jährlich eingespart werden. Dies entspräche den CO2-Emissionen von über 880.000 Mittelklasse-PKW mit einer Jahresleistung von 13.000 km.*** Würde in diesem Zuge der Anteil der Poolflaschen gesteigert, würde es weitere Einspareffekte geben, zumal die durchschnittlich längeren Transportentfernungen von Einweggebinden in Deutschland wegfielen.

Auch in praktischer Hinsicht entbehrt die Behauptung jeder Grundlage. Zum einen hat zu Zeiten deutlich höherer Mehrwegquoten auch kein Verkehrschaos geherrscht. Zudem würde eine wünschenswerte Umstellung aller Einweg- auf Mehrweggebinde nicht von heute auf morgen, sondern in einer Übergangsphase erfolgen, die allen Marktteilnehmern ausreichend Zeit zur Umstellung geben würde.

Aussage: die gesetzlich vorgesehene Mehrwegquote von 70 Prozent ist nicht zeitgemäß und gängele den Verbraucher.

Fakten: Tatsächlich ist die Frage zu stellen, warum die vorgesehene Mehrwegquote so niedrig angesetzt ist. Angesichts des dringenden Handlungsbedarfs im Klimaschutz wäre eine höhere Quote sinnvoller, die zudem weitere Getränkesorten umfassen müsste und mit zielführenden Maßnahmen wie etwa einer Pflichtabgabe von 20 Cent auf Einwegverpackungen verbunden sein sollte. Bezüglich der Rückführung gibt es keine Unterschiede zwischen Einweg- und Mehrwegflaschen: sie müssen beide zum Rücknahmeautomaten bzw. zur Annahmestelle im Handel gebracht werden. Es kann daher in keinem Fall von Gängelei gesprochen werden.

Aussage: der wachsende Marktanteil von Dosen belegt, dass die Dose zeitgemäß ist. Zudem würden Dosen fast vollständig recycelt.

Fakten: Getränkedosen aus Weißblech und Aluminium zählen zu den umweltschädlichsten Getränkeverpackungen auf dem Markt. Eine Getränkedose verursacht mehr als doppelt so viele CO2-Emmissionen wie eine Glas-Mehrwegflasche****. Die Recyclingquoten werden mit maximal 50 Prozent veranschlagt. Hinzu kommt, dass bei der Gewinnung der Rohstoffe zur Aluminiumherstellung höchst giftige Rotschlämme entstehen, die ätzende Natronlauge und giftige Schwermetallverbindungen enthalten. Die wachsenden Marktanteile von Getränkedosen sind daher keine gute Nachricht für den Klima- und Umweltschutz.

Fazit: Mehrwegsysteme sind ein unverzichtbarer Bestandteil einer wirksamen Klima- und Umweltpolitik. Allerdings lässt sich das Mehrwegsystem noch stärker optimieren. Durch eine ansteigende Komplexität, aber auch durch mangelhafte politische Rahmenbedingungen, stehen die Mehrwegsysteme im 21. Jahrhundert vor neuen Herausforderungen. Es bedarf daher einer engen Zusammenarbeit aller am System Beteiligten, um das Zusammenspiel im System besser zu justieren.

Der Verband Pro Mehrweg e.V. versteht sich als Plattform für diese Aufgabe und lädt alle interessierten Kreise ein, in einem gemeinsamen Prozess das Mehrweg-System für Getränke noch besser zu machen als es heute bereits ist.

Quellen
* Berechnung der Deutschen Umwelthilfe auf Basis der Daten des Dosenherstellerverbandes BCME (2010)
** https://www.gerolsteiner.de/de/mineralwasser/gerolsteiner-075l-glasflasche-im-12er-kasten/
*** https://www.duh.de/projekte/mit-mehrweg-das-klima-schuetzen/
**** BCME Ökobilanz 2010

 

Argumente für Mehrweg

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Düsseldorf 10. Februar 2020 | Mehrwegflaschen gelten für 94 Prozent aller Verbraucher in Deutschland als umweltfreundlichste Verpackungslösung für Getränke. Das bestätigt eine kürzlich...

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Keine Steuernachteile für Mehrwegflaschen!

Keine Steuernachteile für Mehrwegflaschen!

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Düsseldorf 7. Februar 2020 – Die Mitgliederversammlung unseres Verbands  sprach sich bereits am 7.10.2019 einstimmig gegen die geplante steuerliche Diskriminierung von Mehrweg-Poolflaschen gegenüber Individualflaschen aus. Daher unterstützen wir die aktuellen Forderungen der Privaten Brauer an den Bundesfinanzminister nachdrücklich, die gestern in einer gemeinsamen Presseerklärung mit der Deutschen Umwelthilfe veröffentlicht wurden!

Steuernachteile für Mehrweg-Einheitsflaschen: Finanzminister Olaf Scholz gefährdet das deutsche Mehrwegsystem

Bundesfinanzminister Scholz plant Änderungen bei der Besteuerung von Mehrwegflaschen und untergräbt somit Abfallvermeidung, Ressourcen- und Klimaschutz – Existenzielle Bedrohung für Abfüller besonders umweltfreundlicher Mehrweg-Einheitsflaschen durch zusätzliche Steuerzahlungen und unzumutbare Anforderungen an Logistik- und Buchhaltungsprozesse – Insbesondere kleine und mittelständische Brauereien wären besonders betroffen – Steuerliche Schlechterstellung von Mehrweg-Einheitsflaschen provoziert Wechsel zu Individualflaschen und unökologischen Einweggetränkeverpackungen

Berlin, 6.2.2020: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der Verband Private Brauereien Deutschland kritisieren die Pläne von Bundesfinanzminister Olaf Scholz scharf, besonders klimafreundliche Mehrweg-Einheitsflaschen durch eine Änderung der Besteuerung finanziell zu benachteiligen. Nach Einschätzung der Verbände wären die Folgen katastrophal und würden durch zusätzliche Steuerzahlungen insbesondere kleine und mittelständische Brauereien existenziell gefährden. Scholz´ Pläne würden zudem falsche Anreize setzen, auf Individualflaschen oder umweltschädliche Einwegflaschen und Dosen umzusteigen. Die bisherige Rechtslage der problemlosen steuerrechtlichen Betrachtung von Mehrweg-Einheitsflaschen muss beibehalten werden. Hierzu muss Olaf Scholz, aufgrund eines entgegenstehenden Urteils des Bundesfinanzhofs, unverzüglich eine neue gesetzliche Grundlage schaffen. Dazu ist er jedoch bislang nicht bereit.

„Indem Bundesfinanzminister Scholz ausgerechnet die klimafreundlichste Getränkeverpackung steuerrechtlich schlechterstellt, erweist er dem Klimaschutz einen Bärendienst. Kleine und mittelständische Brauereien sind das Rückgrat des deutschen Mehrwegsystems. Sie bestraft Scholz durch existenzbedrohende Steuerforderungen für ihren Klimaschutzbeitrag. Das ist eine kontraproduktive und absurde Finanzpolitik. Olaf Scholz muss einlenken und die Benachteiligung von Einheitsflaschen verhindern“
, fordert die Stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.

„Von der steuerrechtlichen Schlechterstellung nicht betroffen sind Individual-Mehrwegflaschen, in denen zum Beispiel Brauereilogos eingraviert sind. Diese sind zwar umweltfreundlicher als Einweg, müssen jedoch immer wieder zum ursprünglichen Abfüller zurück transportiert werden, was bei Einheitsflaschen nicht der Fall ist. Letztere können von vielen Anwendern gleichzeitig genutzt werden, wodurch die Transportwege besonders geringgehalten werden. Einheits-Mehrwegflaschen bieten im Vergleich das Optimum an Umwelt- sowie Klimaschutz und sollten deshalb steuerlich bessergestellt und nicht benachteiligt werden“, sagt der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.

„Die bilanzsteuerliche Schlechterstellung von Einheitsleergut macht eine Teilnahme am ökologisch besonders vorteilhaften Mehrweg-Einheitsflaschensystem unattraktiv. Es werden falsche Anreize für eine weitere Individualisierung von Mehrwegflaschen oder deren Ersatz durch Einweggebinde gesetzt. Der gewachsene Sortieraufwand erhöht sich bei zunehmender Anzahl unterschiedlicher Flaschenarten. Dies gefährdet den Fortbestand des bewährten Mehrwegsystems, denn je komplexer das System wird, desto größer der Impuls auf Einwegverpackungen, wie die besonders umweltschädliche Dose, umzusteigen. Durch Lohnabfüllung von Bier in Dosen ist dies leider auch für kleine Brauereien potentiell eine Option. Dies muss aus Umweltschutzgründen jedoch unbedingt verhindert werden“, sagt Roland Demleitner, Geschäftsführer des Verbandes Private Brauereien Deutschland.

Hintergrund:

Auslöser für die steuerrechtliche Neubetrachtung von Mehrwegleergut ist ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums von 2019, das auf ein Urteil des Bundesfinanzhofs aus dem Jahr 2013 zurückgreift. Demnach sollen die Steuerbehörden Leergut einheitlicher Mehrwegflaschen bilanziell neu bewerten. Für die gewöhnlichen Mehrweg-Einheitsflaschen, wie z.B. die 0,5-Liter-NRW-Flasche oder die bekannte 0,5-Liter-Euro-Flasche, dürfen dann keine Pfandrückstellungen zur Ausbezahlung erhobener Pfandgelder mehr gebildet werden. Durch das Auflösen der sehr hohen – für die Auszahlung der Pfandbeträge gebildeten – Rückstellungen in den Bilanzen der Brauereien, entstünde ein sofort zu versteuernder buchhalterischer Gewinn. Die einmalig zu zahlende Steuerlast gefährdet insbesondere kleine und mittelständische Brauereien in ihrer Existenz.

Zur korrekten buchhalterischen Erfassung müsste nach den geplanten neuen Steuerregeln zudem Einheits- und Individual-Leergut noch vor dem Wareneingang bei der Anlieferung voneinander getrennt registriert werden. Das Leergut kann sich jedoch gemischt in ein und demselben Kasten befinden, sodass eine getrennte Erfassung weder praktikabel noch systemkonform ist. Hierdurch entstünden dauerhaft zusätzliche Kosten für die Anwender von Mehrweg-Einheitsflaschen.

Argumente für Mehrweg

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