PRESSEMITTEILUNG: Entwurf für neues Verpackungsgesetz im Bundeskabinett beschlossen

PRESSEMITTEILUNG: Entwurf für neues Verpackungsgesetz im Bundeskabinett beschlossen

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Entwurf für neues Verpackungsgesetz im Bundeskabinett beschlossen – Mehrwegförderung unzureichend und gegenüber Referentenentwurf deutlich abgeschwächt – Pro Mehrweg fordert Stärkung des Getränke-Mehrwegsystems durch gezielte Maßnahmen

Düsseldorf, 11.02.2026: Am Mittwoch wurde im Bundeskabinett der Entwurf für ein neues Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG) beschlossen. Mit diesem soll das aktuelle Verpackungsgesetz abgelöst und die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) umgesetzt werden. Der Verband Pro Mehrweg begrüßt das Festhalten an der Mehrweg-Zielquote von 70 Prozent, kritisiert jedoch, dass der Entwurf keine ausreichenden Maßnahmen zur Mehrwegförderung vorsieht. Insbesondere weicht der Kabinettsentwurf in diesem Punkt deutlich vom zuvor vorgelegten Referentenentwurf ab.

„Die Beibehaltung der 70-Prozent-Mehrwegzielquote für Getränke ist ein wichtiges politisches Signal und unterstreicht die ökologische und ökonomische Bedeutung von Mehrweg. Allerdings fehlen im Gesetzesentwurf konkrete Maßnahmen und Sanktionsmechanismen, um diese Zielquote auch tatsächlich zu erreichen. Ohne einen verbindlichen politischen Fahrplan bleibt die 70-Prozent-Zielquote eine reine Absichtserklärung“, betont die Geschäftsführerin des Verbandes Pro Mehrweg, Henriette Schneider.

„Besonders problematisch ist vor diesem Hintergrund die Aushöhlung des ursprünglich vorgesehenen Mehrweg-Fördermechanismus. Während ein Land wie Frankreich jährlich ein verbindliches Mehrweg-Budget in zweistelliger Millionenhöhe vorsieht und gezielt investiert, verzichtet der Kabinettsentwurf auf ein vergleichbares Instrument. Damit verpasst Deutschland die Chance, als europäisches Vorbild für den Ausbau leistungsfähiger Mehrwegsysteme voranzugehen“, so Schneider.

Die deutsche Mehrwegwirtschaft verfügt über einen technologischen und organisatorischen Vorsprung, den es zu erhalten gilt. Mit der PPWR entstehen bis 2030 europaweit neue Mehrwegsysteme, während an bestehende Systeme neue Anforderungen gestellt werden.

Die PPWR sieht außerdem vor, dass Systeme der erweiterten Herstellerverantwortung sowie Pfandsysteme einen Mindestanteil ihrer Systemgelder für Maßnahmen zur Abfallvermeidung, beziehungsweise zur Mehrwegförderung, einsetzen müssen. Im Referentenentwurf, der den Verbänden im November zur Stellungnahme vorgelegt wurde, war dieser Mechanismus als gemeinsamer Fonds mit einem angemessenen Volumen angelegt. Dies hätte gezielte Investitionen in die gemeinsame Mehrweg-Infrastruktur und Systementwicklung ermöglicht. Der Kabinettsentwurf sieht stattdessen lediglich vor, dass einzelne Systembetreiber – etwa Duale Systeme – eigenständig Abfallvermeidungsmaßnahmen durchführen sollen. Angesichts der Vielzahl von Systembetreibern in Deutschland ist ein solcher Ansatz nicht zielführend und würde in wenig effektiven Einzelmaßnahmen, wie Informationskampagnen, münden. Damit bleibt eine wirksame Förderung des Mehrwegsystems als Ganzes aus.

Willy Schmidt, Vorstand des Verbandes Pro Mehrweg, unterstreicht: „Deutschland verfügt über eines der weltweit größten und leistungsfähigsten Mehrwegsysteme in der Getränkewirtschaft. Dieses System ist nicht nur ein ökologisches Erfolgsmodell, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, insbesondere für den Mittelstand. Mehrweg ist die Existenzgrundlage tausender regionaler Abfüller sowie des Getränkeeinzel- und -großhandels.

Mehrwegbetriebe sehen sich neben der seit Jahren stagnierenden Mehrwegquote und der ohnehin schwierigen Wirtschaftslage durch die neuen EU-Vorgaben mit einem erheblichen Ausmaß an zusätzlicher Bürokratie, gestiegenen Systemkosten und zusätzlichem Investitionsbedarf konfrontiert. Diese Anforderungen sind nicht von einzelnen Betrieben allein zu tragen. Deshalb braucht das Mehrwegsystem konsequente politische Unterstützung. Ohne konkrete Maßnahmen und ohne ein verbindliches Mehrweg-Budget bleibt diese faktisch aus. Als Verband, der Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Getränke-Mehrwegsystems vereint, fordern wir die Politik daher auf, Mehrweg gezielt und wirksam zu fördern.“

Der Verband Pro Mehrweg hat politische Maßnahmen zur Förderung des Getränke-Mehrwegsystems, insbesondere auch vor dem Hintergrund der Umsetzung der neuen EU-Verpackungsverordnung, in einem Grundsatz-Positionspapier zusammengefasst, das Sie im Anhang dieser Pressemitteilung herunterladen können.

Pressekontakt:

Henriette Schneider
Geschäftsführerin Pro Mehrweg
E-Mail: schneider@promehrweg.de

Mehrweg-Innovationspreis 2026: Deutsche Umwelthilfe und Stiftung Initiative Mehrweg starten neue Ausschreibung zu besten Neuentwicklungen

Mehrweg-Innovationspreis 2026: Deutsche Umwelthilfe und Stiftung Initiative Mehrweg starten neue Ausschreibung zu besten Neuentwicklungen

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© Thommy S./Pixelio
  • Mehrweg-Innovationspreis wird in diesem Jahr zum 16. Mal ausgelobt
  • Innovationen sollen Umwelt- und Klimavorteile von Mehrwegsystemen weiter ausbauen
  • Start der Bewerbungsphase: Designer, Techniker, Abfüller, Hersteller, Logistik- sowie Handelsunternehmen können fortschrittliche Ideen bis zum 3. Mai 2026 einreichen

 

Berlin, 14.1.2026: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und die Stiftung Initiative Mehrweg (SIM) schreiben zum 16. Mal den Mehrweg-Innovationspreis aus. Ausgezeichnet werden herausragende Leistungen, Technologien und Initiativen, die zur Weiterentwicklung von Mehrwegsystemen für Getränkeverpackungen beitragen. Abfüller, Produktdesigner, Flaschenhersteller, Logistik- und Getränkeunternehmen können sich ab sofort mit ihren Ideen für den Preis bewerben. In einer Sonderkategorie können zudem auch Mehrweginitiativen außerhalb des Getränkebereiches ausgezeichnet werden.

Barbara Metz, DUH-Bundesgeschäftsführerin: „Die neue EU-Verpackungsverordnung schreibt erstmals ein Abfallvermeidungsziel von fünf Prozent bis 2030 vor. Um das tatsächlich erreichen zu können, braucht es einen Mehrweg-Boom. Mit dem Mehrweg-Innovationspreis wollen wir unseren Beitrag dazu leisten, neue Ideen zur Verbesserung bestehender Systeme in die Umsetzung zu bringen und auch neue Produktgruppen für Mehrweg zu erschließen. Mit intelligenten Mehrwegsystemen haben wir nicht nur die Chance, die Umwelt erheblich zu entlasten, sondern auch Arbeitsplätze zu schaffen und regionale Wirtschaftsstrukturen zu stärken.“

Jens Oldenburg, SIM-Geschäftsführer: „Die im aktuellen Entwurf des Verpackungsgesetzes angedachte finanzielle Förderung für den Auf- und Ausbau von Mehrwegstrukturen kann einen echten Push-Effekt erzielen. Deshalb sind kreative Mehrweg-Ideen zur Optimierung, Skalierung und Neuentwicklung gefragter denn je. Neben Getränken gibt es viele nicht erschlossene Potentiale, zum Beispiel für Mehrweg bei Speisen, Konserven, Seifen, Transporten oder beim Online-Handel. Mit unserem ausgelobten Preis in der Sonderkategorie möchten wir auch außerhalb des Getränkebereichs die besten Innovationen sichtbar machen und zur Nachahmung anregen.“

Die Ausschreibung läuft bis zum 3. Mai 2026 und richtet sich an Verpackungshersteller, Produktdesigner, Getränke- und Lebensmittelproduzenten, Abfüller und Logistiker, genauso wie an Handelsunternehmen, wissenschaftliche Institute und Organisationen. Die Verleihung des Mehrweg-Innovationspreises findet am 11. Juni 2026 bei einer feierlichen und öffentlichkeitswirksamen Auszeichnungsveranstaltung in Berlin statt.

 

Links:

Die Ausschreibungsunterlagen und Informationen zum Mehrweg-Innovationspreis finden Sie hier.

Mehr Informationen zum Mehrweg-Innovationspreis: https://www.duh.de/mehrweg-innovationspreis/

Kontakt:

Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin DUH

0170 7686923, metz@duh.de

Dr. Jens Oldenburg, Geschäftsführer Stiftung Initiative Mehrweg

0172 1757311, j.oldenburg@stiftung-mehrweg.de

DUH-Newsroom:

030 2400867-20, presse@duh.de

 

 

Als langjähriges Jurymitglied unterstützt Pro Mehrweg die Ausschreibung zum Mehrweg-Innovationspreis. Wir freuen uns auf viele Bewerbungen!

Gemeinsame Pressemitteilung: Entwurf des neuen Verpackungsgesetzes – Mehrweg-Allianz begrüßt Verpflichtung der Einweg-Verpackungsindustrie zur finanziellen Mehrwegförderung

Gemeinsame Pressemitteilung: Entwurf des neuen Verpackungsgesetzes – Mehrweg-Allianz begrüßt Verpflichtung der Einweg-Verpackungsindustrie zur finanziellen Mehrwegförderung

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  • Beibehaltung der Mehrwegzielquote für Getränkeverpackungen von 70 Prozent ist richtiges und wichtiges politisches Signal
  • Finanzielle Förderung für den Auf- und Ausbau nötiger Mehrweg-Infrastruktur ist richtig, sollte jedoch ausschließlich durch Einweg-Akteure erfolgen
  • Mehrwegbranche, Umwelt- und Verbraucherverbände brauchen erhebliche Mitspracherechte bei Mittelvergabe und Förderkriterien zur Mehrwegunterstützung

 

Berlin, 12.01.2026: Die Mehrweg-Allianz aus Umwelt- und Branchenverbänden begrüßt die im Entwurf des neuen Verpackungsgesetzes angedachte finanzielle Förderung von Mehrweg als richtigen und notwendigen Schritt. Durch einen dauerhaften Fördermechanismus von Mehrwegsystemen kann nicht nur ein notwendiger Beitrag zur Vermeidung von Abfällen, sondern auch zur Einsparung von Ressourcen, zum Schutz des Klimas und zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Deutschland geleistet werden. Die Allianz fordert jedoch, dass die geplante Mehrwegförderung konsequent und ausschließlich von der Einweg-Industrie finanziert wird – also von denjenigen, die die Verpackungsmüllkrise verursachen. Keinesfalls dürfen die Träger des umweltfreundlichen Mehrwegsystems selbst belastet werden, wie es der Gesetzentwurf bislang vorsieht.

Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe (DUH): „Der Auf- und Ausbau von Mehrwegsystemen muss endlich finanziell unterstützt werden. Die Mehrwegquote für Getränkeverpackungen liegt bei nur rund 43 Prozent, bei Getränkebechern in der Gastronomie bei mageren sieben und bei Essensboxen lediglich bei 0,3 Prozent. Um das verbindliche europäische Abfallvermeidungsziel von 5 Prozent bis 2030 auch wirklich erreichen zu können, brauchen wir einen regelrechten Mehrwegboom. Der im Verpackungsgesetz angedachte Beitrag zur Mehrwegförderung von fünf Euro pro Tonne Einwegverpackungen kann hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten und darf daher nicht abgeschwächt werden.“

Henriette Schneider, Geschäftsführerin des Verbandes Pro Mehrweg: „Die Beibehaltung der Mehrwegzielquote von 70 Prozent für Getränke ist ein wichtiges politisches Signal und unterstreicht die Bedeutung von Mehrwegverpackungen für den Schutz von Umwelt, Ressourcen und Klima. Es ist gut, dass die Politik trotz neuer, weniger ambitionierter EU-Regeln an ihrer eigenen Zielmarke zum Ausbau des Getränkemehrwegsystems festhält. Der vorgesehene Mehrwegfördermechanismus ist ein wichtiger Baustein, um dieses Ziel zu erreichen – und ein klares Signal an Hersteller und Handel, konsequent auf Mehrweg zu setzen.“

Jens Oldenburg, Geschäftsführer Stiftung Initiative Mehrweg: „Die finanzielle Förderung für die Entwicklung, Entstehung, Skalierung und den Aufbau der Infrastruktur von Mehrwegsystemen ist auch ein wichtiger Baustein zur stärkeren Internalisierung der durch Einwegverpackungen verursachten Umweltfolgekosten. So können Getränkemehrwegsysteme weiter optimiert und neue Systeme, zum Beispiel für Speisen, Konserven, Seifen, Transporte oder den Online-Handel aufgebaut werden. Dadurch ergeben sich große wirtschaftliche Chancen, so zum Beispiel die Stärkung regionaler Strukturen und eine Rolle Deutschlands als Innovationsspitzenreiter. Auch bei Transportverpackungen ergeben sich große Möglichkeiten für eine Stärkung des europäischen Binnenmarktes.“

Dirk Reinsberg, geschäftsführender Vorstand des Bundesverbandes des Deutschen Getränkefachgroßhandels: „Noch ist im Entwurf des Verpackungsgesetzes vorgesehen, dass auch Mehrwegakteure in einen Mehrweg-Fördertopf einzahlen sollen. Dies wäre jedoch nicht sachgerecht und kontraproduktiv. Mehrwegunternehmen investieren seit Jahrzehnten kontinuierlich in leistungsfähige Logistikstrukturen, Kooperationsmodelle, technische Infrastruktur oder Digitalisierung, kurzum, in den Auf- und Ausbau nachhaltiger Mehrwegsysteme. Deshalb ist es nicht nachvollziehbar, warum Verwender von Mehrwegverpackungen durch die zusätzliche Einzahlung in einen Mehrwegfördermechanismus doppelt belastet und somit daran gehindert werden sollen, erhebliche Geldmittel unmittelbar in das Mehrwegsystem zu investieren. In einen Mehrwegfördertopf sollten ausschließlich Verwender von Einwegverpackungen einzahlen.“

Roland Demleitner, Geschäftsführer Private Brauereien Deutschland: „Die Organisation und Verwaltung des angedachten Mehrwegfördertopfes muss statt des geplanten Aufbaus einer neuen Organisation in effizienter und bürokratiearmer Weise in bestehende Strukturen integriert und vorhandene Expertise genutzt werden, wie beispielsweise das Umweltbundesamt. So organisiert das Umweltbundesamt bereits den gesetzlich festgelegten Einwegkunststofffonds. Alternativ wäre auch die Anbindung einer Mehrwegorganisation an die Zentrale Stelle Verpackungsregister denkbar. Wichtig ist vor allem, dass die Festlegung von Förderkriterien und die Vergabe von Mehrwegfördermitteln sinnvoll und unabhängig von möglicherweise gegenläufigen Interessen der Einwegindustrie erfolgen.“

Andreas Vogel, Vorstand des Verbandes des Deutschen Getränke-Einzelhandels: „Unabhängig von der organisatorischen und institutionellen Ausgestaltung eines Mehrweg-Fördermechanismus müssen die Mehrwegwirtschaft als auch Umwelt- und Verbraucherverbände adäquat repräsentiert sein. Denn nur so kann sichergestellt werden, dass die Expertise und Interessen von Mehrwegunternehmen Berücksichtigung finden, ebenso wie Aspekte des Umwelt- und Verbraucherschutzes.“

Die „Mehrweg-Allianz“ setzt sich zusammen aus der DUH, der Stiftung Initiative Mehrweg, dem Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels, dem Verband des Deutschen Getränke-Einzelhandels, dem Verband Private Brauereien Deutschland und dem Verband Pro Mehrweg.

 

Kontakt:

Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin DUH
0170 7686923, metz@duh.de

Dr. Jens Oldenburg, Geschäftsführer Stiftung Initiative Mehrweg
0172 1757311, j.oldenburg@stiftung-mehrweg.de

Dirk Reinsberg, Geschäftsführender Vorstand Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels
0211 683938, reinsberg@bv-gfgh.de

Henriette Schneider, Geschäftsführerin PRO MEHRWEG – Verband zur Förderung von Mehrwegverpackungen
0152 34680624, schneider@promehrweg.de

Roland Demleitner, Geschäftsführer Private Brauereien Deutschland
0171 5311444, info@private-brauereien-deutschland.de

Andreas Vogel, Vorstand des Verbandes des Deutschen Getränke-Einzelhandels
0171 8611011, vogel@getraenke-einzelhandel.de

 

DUH-Newsroom:
030 2400867-20, presse@duh.de

Erfolgreiche Premiere des Treffpunkt Mehrweg in Dortmund

Erfolgreiche Premiere des Treffpunkt Mehrweg in Dortmund

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Foto: © Jan Düfelsiek Photography

Die erste Ausgabe des Treffpunkt Mehrweg am 18. und 19. November in Dortmund, die Pro Mehrweg als Key Partner begleiten durfte, war ein voller Erfolg: Über 250 Teilnehmende aus Handel, Industrie, Logistik, Entsorgung, Start-ups und Zivilgesellschaft kamen zusammen, um über Mehrweg entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu diskutieren.

Die Dialogplattform, die von unserem Mitglied LOGIPACK organisiert wurde, gab einer Vielzahl an Themen und Perspektiven Raum:

  • Diskussionen zu politischen Rahmenbedingungen und praktischen Herausforderungen
  • Perspektiven aus dem LEH und dem Getränkefach- und -großhandel
  • Ansätze zur Digitalisierung von Mehrwegsystemen
  • Impulse zu Synergiepotenzialen in Mehrwegkreisläufen
  • Einschätzungen zu Chancen von Mehrweg als Geschäftsmodell
  • Diskussion zur kommunalen Verpackungssteuer

Deutlich wurde unter anderem, wie groß die Veränderungen sind, die auf Wirtschaft und Handel zukommen: PPWR und Verpackungsgesetz, schwankende Rohstoffpreise sowie die Verschärfung der CO₂-Bepreisung ab 2027 werden das Thema Mehrweg in den nächsten Jahren noch stärker in den Fokus rücken.

Auf dem Panel des „Future Talk“, moderiert von Tobias Bielenstein, diskutierte Henriette Schneider am 18.11. gemeinsam mit MdB Michael Thews, Sprecher für Kreislaufwirtschaft der SPD-Bundestagsfraktion, André Pietzke, Vorstandsvorsitzender des Mehrwegverbandes, sowie Jens Oldenburg, Geschäftsführer der Stiftung Initiative Mehrweg über die Zukunftsperspektiven und Herausforderungen, die sich aus der PPWR und dem neuen Verpackungsgesetz für Mehrweg im LEH, Service- und Transportbereich ergeben.

In der Diskussion wurde unterstrichen, dass Mehrwegsysteme nicht nur ökologische Vorteile bieten, sondern auch wirtschaftlich von Bedeutung sind. Der im neuen Verpackungsgesetz vorgesehene Mehrweg-Fördermechanismus kann dazu beitragen, den Ausbau, die Modernisierung und Digitalisierung dieser Systeme gezielt zu unterstützen. Für eine praxisnahe Ausgestaltung ist dabei allerdings eine Einbindung der Verbände der Mehrwegwirtschaft essenziell.

Wir danken LOGIPACK für die gelungene Premiere und allen Teilnehmenden für die wertvollen Gespräche und Impulse.

Weitere Infos und Impressionen unter: www.treffpunktmehrweg.com

Pressemitteilung: Start der „Initiative Verpackungswende“ – Mehr als 20 Organisationen bündeln Kräfte für kommunale Verpackungssteuern

Pressemitteilung: Start der „Initiative Verpackungswende“ – Mehr als 20 Organisationen bündeln Kräfte für kommunale Verpackungssteuern

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Berlin, 09.12.2025: In einem Schulterschluss fordern 23 führende Organisationen aus Umwelt und Wirtschaft, wie die Deutsche Umwelthilfe, FairCup, Greenpeace, Mehrwegverband Deutschland, RECUP, VYTAL und WWF: Mehr Städte sollten kommunale Verpackungssteuern für weniger Abfälle und mehr Kreislaufwirtschaft, Klima- und Ressourcenschutz einführen und damit einen klaren Anreiz zur flächendeckenden Mehrwegnutzung schaffen.

„Vorreiterstädte wie Tübingen und Konstanz zeigen eindrucksvoll: Kommunale Verpackungssteuern sind eine besonders effektive Ergänzung der gesetzlichen Mehrwegangebotspflicht. Sie nutzen wirtschaftliche Anreize, um die Ressourcenverschwendung durch Einwegverpackungen zu reduzieren, Abfall zu vermeiden und die Verbreitung von Mehrweglösungen zu fördern”, sagen die Mitglieder der Initiative. „In der aktuellen Debatte ist es daher wichtig, als starke, gemeinsame Stimme aufzutreten. Wir möchten Kommunalpolitik mit der Mehrwegbranche in den Austausch bringen und mehr Städte ermutigen, kommunale Verpackungssteuern einzuführen.” 

Mit dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 22. Januar 2025 ist klar: Kommunen dürfen Verpackungssteuern erheben, um Einwegverpackungen im To-go-Bereich wirksam zu reduzieren. Damit ist der Weg frei für echte kommunale Steuerung – doch der Druck gegen die Einführung wächst. Dem setzt die Initiative Verpackungswende nun Daten, Fakten und klare Botschaften entgegen.

Die Erfahrungen zeigen, dass Verpackungssteuern wirken: Das Mehrwegangebot ist in Tübingen und Konstanz durch die Verpackungssteuer rapide angestiegen – Tübingen hat im Verhältnis zur Bevölkerung die meisten mehrwegnutzenden Betriebe Deutschlands. 73 Prozent der durch die Tübinger Stabsstelle Umwelt und Klimaschutz in 2025 befragten Gastronomiebetriebe gaben an, ihren Verbrauch von Einwegverpackungen reduziert zu haben. In Konstanz konnte das Müllaufkommen im öffentlichen Raum seit der Einführung der Steuer messbar um 4,7 Gewichtsprozent reduziert werden.

Die Initiative Verpackungswende empfiehlt Städten, das durch die Verpackungssteuer eingenommene Geld für Mehrwegförderung und Mehrweginfrastruktur zu nutzen. Außerdem sollte die Entscheidung über die Einführung einer Verpackungssteuer im Sinne der kommunalen Selbstverwaltung bei Städten und Kommunen liegen – nicht bei den Ländern.

Hintergrund: 

Die Initiative ist ein Bündnis von Organisationen aus Wirtschaft, Umweltorganisationen und Verbänden. Sie tritt für kommunale Verpackungssteuern als wirksames Mittel zur Förderung von Mehrweg und Stadtsauberkeit ein. Ziel ist es, kommunale Verpackungssteuern als politisches Instrument in Deutschland zu etablieren und Kommunen bei der Umsetzung zu stärken.

Die Initiative Verpackungswende setzt sich zusammen aus: Bund für Umwelt und Naturschutz e.V., Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels e.V., CircleCube GmbH, Deutsche Umwelthilfe e.V., Exit Plastik – Zivilgesellschaftliches Bündnis für Wege aus der Plastikkrise, FairCup GmbH, Greenpeace e.V., KeepIn, Klima-Bündnis e.V., Mach Mehrweg Pool e.V., Mehrwegverband Deutschland e.V., PRO MEHRWEG – Verband zur Förderung von Mehrwegverpackungen e.V., reCup GmbH, Refrastructure – Stiftung für digitale Mehrweginfrastruktur gGmbH, rehab republic e.V., Relevo GmbH, Stiftung Initiative Mehrweg, Sykell GmbH, Verband des deutschen Getränke-Einzelhandels e.V., VYTAL Global GmbH, WECARRY GmbH, WWF Deutschland, Zero Waste Germany e.V.

Link:

Mehr Informationen zur Initiative: www.initiative-verpackungswende.de

Kontakt:

Mehrwegverband Deutschland e.V.
Dr. Tim Breker (VYTAL) & Katharina Campe (RECUP), AG Politik
+49 1577 9516154 (Dr. Tim Breker), info@initiative-verpackungswende.de

Deutsche Umwelthilfe e.V.
Elena Schägg, Stellvertretende Leiterin Kreislaufwirtschaft
+49 151 72626157, schaegg@duh.de

Mehrweg-Innovationspreis 2025 verliehen

Mehrweg-Innovationspreis 2025 verliehen

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Foto: © Robert Lehmann

Am 9. Oktober wurde in Berlin erneut der Mehrweg-Innovationspreis von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und der Stiftung Initiative Mehrweg (SIM) verliehen. Wie in jedem Jahr würdigt die Auszeichnung Unternehmen, die den Mehrwegbereich durch zukunftsweisende Entwicklungen voranbringen. Die diesjährigen Preisträger sind:

  • Verallia Deutschland AG und Ardagh Glas GmbH für die Entwicklung zweier gewichtsoptimierter Mehrweg-Poolflaschen für Fruchtsaft. Die neuen 1,0-Liter- und 0,7-Liter-Flaschen sind 65 g bzw. 40 g leichter als die bisherigen Varianten – das spart CO₂ und Ressourcen und optimiert Logistikprozesse. Die Flaschen werden sukzessive in den Pool des Verbands der deutschen Fruchtsaft-Industrie e.V. (VdF) eingespeist.
  • Circujar GmbH für die Entwicklung des ersten herstellerübergreifenden Poolsystems für Mehrwegglas im Lebensmittelsektor – von der Bereitstellung universeller Gläser über Rücknahme und Spülung bis zur Wiederverteilung. Ein Circujar-Glas kann bis zu 50 Einwegverpackungen ersetzen und im Vergleich zu entsprechenden Einweglösungen bis zu 70 Prozent CO₂
  • SEA ME GmbH für das Projekt zerooo, ein Mehrwegsystem für Kosmetik- und Drogerieprodukte. Mit der Einführung der ersten serialisierten PET-Mehrwegflasche in der Branche lassen sich nach Unternehmensangaben durch 10- bis 15-malige Wiederverwendung bis zu 50 Prozent Energie, CO₂ und Wasser einsparen.

 

Auf die Preisverleihung folgte eine Paneldiskussion zur Frage, wie die Politik, insbesondere mit Blick auf die laufende Überarbeitung des Verpackungsgesetzes, Mehrweg wirksam fördern kann. Es diskutierten:

  • Jan Niclas Gesenhues, MdB und umweltpolitischer Sprecher, Bündnis 90/Die Grünen
  • Silke Karcher, Ministerialdirigentin und Unterabteilungsleiterin C III, BMUKN
  • Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin, Deutsche Umwelthilfe e.V.
  • Roland Demleitner, Bundesgeschäftsführer, Verband Private Brauereien e.V.
  • Tobias Bielenstein, Prokurist, Genossenschaft Deutscher Brunnen e.G.

 

Aus der Auswahl der Preisträger und der anschließenden politischen Diskussion wurden folgende Punkte besonders deutlich:

  • Mehrweg ist innovativ und bietet erhebliches Skalierungspotenzial. Neue Mehrweglösungen denken Zukunftsthemen wie Digitalisierung oft von Vornherein mit.
  • VerbraucherInnen wünschen sich Mehrweg auch jenseits des Getränkebereichs. Während es die entsprechenden Mehrweglösungen, z. B. im Lebensmittel- und Kosmetikbereich, oft schon gibt, ist das zugängliche Angebot, v. a. im LEH, derzeit noch nicht entsprechend vorhanden.
  • Die Politik ist gefordert, geeignete Rahmenbedingungen und Anreize zu schaffen, um traditionelle und neue Mehrwegsysteme zu fördern und zu stärken.
  • Ein entscheidender Hebel kann ein gezielter Mehrweg-Fördermechanismus sein, wie er z. B. in Frankreich bereits existiert und wie er auch für andere Mitgliedsstaaten in der EU-Verpackungsverordnung (PPWR) vorgesehen ist.

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