PRESSEMITTEILUNG: Neues Verpackungsgesetz im Bundestag beschlossen – Chancen zur Mehrwegförderung bleiben aus Sicht von Pro Mehrweg ungenutzt

PRESSEMITTEILUNG: Neues Verpackungsgesetz im Bundestag beschlossen – Chancen zur Mehrwegförderung bleiben aus Sicht von Pro Mehrweg ungenutzt

 

Düsseldorf, 15.06.2026: Am Donnerstag hat der Bundestag das neue Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG) verabschiedet. Mit diesem wird das bislang geltende Verpackungsgesetz abgelöst und an die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) angepasst. Der Verband Pro Mehrweg begrüßt das Festhalten an der Mehrweg-Zielquote von 70 Prozent, kritisiert jedoch, dass das Gesetz keine ausreichenden Maßnahmen zur Mehrwegförderung vorsieht. Insbesondere weicht das verabschiedete Gesetz in diesem Punkt deutlich vom ursprünglich vorgelegten Referentenentwurf ab, der einen verbindlichen Fondsmechanismus vorsah.

„Die PPWR sollte Rückenwind für Mehrweg bringen. Die EU-Verordnung bietet den Mitgliedstaaten ausdrücklich Spielräume, um Mehrwegsysteme zu stärken. Mit dem Verzicht auf einen wirksamen Mechanismus zur Mehrwegförderung bleibt dieses Potenzial in Deutschland weitgehend ungenutzt. Während Frankreich jährlich ein verbindliches Mehrweg-Budget in zweistelliger Millionenhöhe investiert, steht so für deutsche Mehrwegunternehmen vor allem die Vielzahl an zusätzlichen Regeln und Pflichten aus der PPWR im Vordergrund. Das ist eine vertane Chance für Abfallvermeidung und Kreislaufwirtschaft und sendet ein falsches Signal an die Unternehmen, die das  vorbildliche deutsche Getränkemehrwegsystem seit Jahrzehnten gemeinsam tragen und weiterentwickeln.“, betont Henriette Schneider, Geschäftsführerin des Verbandes Pro Mehrweg.

Der Verband Pro Mehrweg hat seine politischen Forderungen zur Stärkung des Getränke-Mehrwegsystems in einem Grundsatzpapier zusammengefasst, das dieser Pressemitteilung beiliegt.

Pressekontakt:

Henriette Schneider
Geschäftsführerin Pro Mehrweg
E-Mail: schneider@promehrweg.de

Interpool: Glas-Mehrweg über Grenzen hinweg interoperabel machen

Interpool: Glas-Mehrweg über Grenzen hinweg interoperabel machen

Das Projekt Interpool ist eine Kooperation zwischen vierzehn Organisationen aus vier europäischen Ländern. Gemeinsam untersuchen und erproben wir die Rahmenbedingungen für Pooling-Systeme, um Glas-Mehrweg über nationale Grenzen hinweg zu skalieren und interoperabel zu machen. Das Projekt wird durch Interreg North-West Europe gefördert.

Ziele des Projekts

 

  • Bestandsaufnahme bestehender Systeme in den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Deutschland.
  • Identifizierung technischer, logistischer und politischer Hemmnisse.
  • Erarbeitung von Lösungen für eine grenzüberschreitende Systemkompatibilität.
  • Wissenstransfer durch Praxis-Erfahrungen von Händlern, Abfüllern und Innovatoren.
  • Bereitstellung eines gemeinsamen Aktionsplans für Glas-Mehrwegverpackungen in der EU.

Projektbeschreibung

Interpool wurde ins Leben gerufen, um das ungenutzte Potenzial der transnationalen Wiederverwendung von Glasverpackungen zu erschließen. Die Projektlaufzeit erstreckt sich von Januar 2026 bis Juni 2029.

Glasverpackungen eignen sich hervorragend als Mehrwegverpackungen, die gespült und wiederverwendet werden. Während die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR) den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft vorantreibt, stößt das Potenzial von Glas-Mehrweg derzeit zum Teil noch an nationale Grenzen. Interpool setzt genau hier an: Durch unser grenzüberschreitendes Projekt beseitigen wir Hemmnisse und stärken Glas-Mehrweg.

Glas-Mehrweg ist einer der vielversprechendsten Wege, um die europäischen Klimaziele zu erreichen, doch dies gelingt nur durch Zusammenarbeit. Interpool bietet die einzigartige Chance, einer Fragmentierung in diesem Bereich entgegenzuwirken und den branchenübergreifenden Übergang zu Mehrweg zu beschleunigen.

Mehrwegsysteme folgen je nach Land und Branche unterschiedlichen Logiken. Interpool bringt vierzehn Vorreiterorganisationen aus den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Deutschland zusammen, um diese Lösungen miteinander in Einklang zu bringen.

Gemeinsam mit Akteuren entlang der gesamten Wertschöpfungskette erarbeiten wir Ansätze dafür, dass Verpackungen über Grenzen hinweg in Umlauf gebracht, gesammelt, gereinigt und wiederverwendet werden, um die ökonomischen und ökologischen Vorteile von Glas-Mehrweg voll auszuschöpfen. Interoperabilität in Infrastruktur und Prozessen kann die Komplexität unterschiedlicher Systeme reduzieren, Kosten senken und die Skalierung von Glas-Mehrwegsystemen in der gesamten Projektregion voranbringen.

Von Lebensmittel- und Getränkeherstellern über den Handel, Systemdienstleister und Lieferanten bis hin zu VerbraucherInnen kann die gesamte Wertschöpfungskette von einem überregional zugänglicheren und effektiveren Mehrweg-Ökosystem profitieren.

 

 

Die Rolle von Pro Mehrweg bei Interpool

Mehrweg europäisch zu denken, ist für unseren Verband wichtig. Als Interpool-Projektpartner bringen wir deshalb unser langjähriges Wissen rund um Mehrwegsysteme und insbesondere das deutsche Getränke-Mehrwegsystem, das seit vielen Jahrzehnten von tausenden Abfüller-, Handels- und Dienstleisterunternehmen gemeinsam betrieben und genutzt wird, in das Projekt ein. Denn mit der neuen EU-Verpackungsverordnung entstehen europaweit neue Mehrwegsysteme, die je nach Kontext nach unterschiedlichen Logiken funktionieren. Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die Weichen dafür zu stellen, dass alte und neue sowie zentral und dezentral organisierte Mehrwegsysteme im Einklang und über Grenzen hinweg funktionieren können. Das betrifft zum Beispiel rechtliche, steuerliche, digitale und logistische Aspekte. Auch die grenzübergreifende Nutzung gemeinsamer Flaschenpools wäre langfristig vorstellbar, zumal gewisse Flaschentypen bereits heute in mehreren Ländern im Kreislauf geführt werden.

 

Mehrweg ist Klimaschutz 2026: Mehrweg-Allianz fordert wirksame finanzielle Förderung im Verpackungsgesetz und startet große Mitmach-Aktion

Mehrweg ist Klimaschutz 2026: Mehrweg-Allianz fordert wirksame finanzielle Förderung im Verpackungsgesetz und startet große Mitmach-Aktion

  • Initiative „Mehrweg ist Klimaschutz“ informiert in mehr als 5.000 Betrieben des Getränkehandels über Klimaschutzpotenzial von Mehrwegflaschen
  • Bei Mitmach-Aktion können 10 Haushalte für ein Jahr Freigetränke in Mehrwegflaschen im Wert von jeweils 1.000 Euro gewinnen
  • Mehrweg-Allianz fordert von Umweltminister Carsten Schneider verbindliche finanzielle Förderung für den Auf- und Ausbau nötiger Mehrweginfrastruktur

Berlin, 12.05.2026: Die „Mehrweg-Allianz“ aus Umwelt- und Branchenverbänden startet unter dem Motto „Mehrweg ist Klimaschutz“ eine groß angelegte Aktion, um klimafreundliche Mehrwegflaschen im Handel sowie bei den Menschen zu Hause voranzubringen. Ab sofort können 10 Haushalte jeweils ein Jahr lang Freigetränke in Mehrwegflaschen im Wert von jeweils 1.000 Euro gewinnen und erleben, wie einfach es ist, mit Mehrweg das Klima zu schützen.

Gleichzeitig fordert die Mehrweg-Allianz die Bundesregierung auf, Mehrweg im derzeit in der Abstimmung befindlichen Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz konsequent finanziell zu fördern.

Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin Deutsche Umwelthilfe (DUH): „Wir brauchen dringend zusätzliche Mehrwegimpulse, um das Vermeidungsziel für Verpackungsabfälle von 15 Prozent bis 2040 zu erreichen. Der jetzige Entwurf des Verpackungsgesetzes greift viel zu kurz. Einweg-Hersteller sollen lediglich einen Mindestanteil ihres Budgets nach eigenem Ermessen für Maßnahmen zur Mehrwegförderung zur Verfügung stellen. Es braucht einen verbindlichen Beitrag zur Mehrwegförderung von fünf Euro pro Tonne Einweg-Verpackungen. Am effektivsten wäre jedoch eine Abgabe auf Einweg-Plastikflaschen und Dosen von mindestens 20 Cent. Wir fordern die Abgeordneten des Bundestags auf, sich bei der anstehen Abstimmung des Verpackungsgesetzes für eine Nachbesserung einzusetzen.“

Jens Oldenburg, Geschäftsführer Stiftung Initiative Mehrweg: „Im Entwurf des Verpackungsgesetzes wird noch immer eine Mehrwegquote für Getränke von 70 Prozent vorgegeben. Um dieses Ziel zu erreichen, muss Umweltminister Schneider Mehrweg aktiv fördern. Würden alle alkoholfreien Getränke ausschließlich in Mehrwegflaschen abgefüllt, ließen sich pro Jahr bis zu 1,4 Millionen Tonnen CO2 und mehr als 350.000 Tonnen Plastik einsparen.“

Henriette Schneider, Geschäftsführerin Pro Mehrweg: „Mehrweg ist der Schlüssel für Klimaschutz, Innovation und Arbeitsplätze in der Getränkebranche. Doch aktuelle Zahlen des Umweltbundesamtes zeigen: Die Mehrwegquote stagniert bei rund 43 Prozent. Während in Frankreich jährlich ein von der Einweg-Industrie zu zahlendes verbindliches Budget in zweistelliger Millionenhöhe zum Ausbau ressourcenschonender Mehrwegsysteme investiert wird, sollen Einweg-Akteure in Deutschland die Höhe ihres Beitrags zur Mehrwegförderung selbst festlegen. Ein verpflichtender, ausschließlich von Einweg-Akteuren finanzierter und zentral verwalteter Förderfonds für Mehrweg wäre der richtige Weg.“

Dirk Reinsberg, geschäftsführender Vorstand Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels: „Mehrweg spielt nicht nur eine wichtige Rolle beim Klimaschutz, sondern auch für die Wirtschaft. Mit dem Mehrwegsystem sind bundesweit rund 145.000 Arbeitsplätze auch in strukturschwachen und ländlichen Gebieten verbunden. Hinzu kommt, das Mehrweg in Zeiten zunehmender Unwägbarkeiten und globaler Krisen Abhängigkeiten gegenüber Dritten verringert und die Wertschöpfung vor Ort stärkt. Deshalb ist eine wirksame Mehrwegförderung angebrachter denn je. Keinesfalls sollten Mehrwegbetriebe durch die Umsetzung der neuen EU-Verpackungsverordnung durch unnötige Melde- und Berichtspflichten zusätzlich belastet werden.“

Roland Demleitner, Geschäftsführer Private Brauereien Deutschland: „Mit rund 6 Milliarden Stück pro Jahr gehen inzwischen fast so viele Getränkedosen wie vor der Einführung der Einweg-Pfandpflicht über die Ladentheken. Insbesondere im Biersegment geht das Wachstum der Dose zu Lasten von Mehrwegflaschen. Diese Entwicklung ist problematisch, da Aluminiumdosen noch immer als umwelt- und klimaschädlich einzustufen sind. Diese Umweltauswirkungen sollten sich auch im Produktpreis widerspiegeln und durch eine Einweg-Abgabe umgesetzt werden.“

Andreas Vogel, Vorstand Verband des Deutschen Getränke-Einzelhandels: „Durch unsere Initiative ‚Mehrweg ist Klimaschutz‘ leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger über die Vorteile umweltfreundlicher Mehrwegflaschen. Doch noch wichtiger sind leicht verständliche Informationen zur eindeutigen Unterscheidung von Einweg und Mehrweg auf den Getränkeverpackungen. Umweltminister Schneider sollte dies unverzüglich umsetzen.“

Die „Mehrweg-Allianz“ setzt sich zusammen aus der DUH, der Stiftung Initiative Mehrweg, dem Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels, dem Verband des Deutschen Getränke- Einzelhandels, dem Verband Private Brauereien Deutschland und dem Verband Pro Mehrweg. 

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Start des Projekts „EmpInVision“ zur digitalen Leergutbestandserfassung

Start des Projekts „EmpInVision“ zur digitalen Leergutbestandserfassung

Im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprojekts „EmpInVision –Automatisierte Leergut-Bestandserfassung durch KI & Computer Vision” beschäftig sich Pro Mehrweg gemeinsam mit dem Fraunhofer IML seit Anfang April mit der Frage, wie Leergut automatisch und digital erfasst werden kann, um Datenverfügbarkeit und -austausch im Getränke-Mehrwegsystem zu optimieren. Das Projekt wird über das MEHRCE-Fördercluster vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.

Mit EmpInVision pilotiert das Projektkonsortium in den kommenden zwei Jahren ein kamerabasiertes System, das Leergut automatisch erkennt und digital erfasst, Daten über eine Schnittstelle in bestehende Plattformen überträgt und so den Informationsaustausch zwischen den Akteuren des Mehrwegkreislaufs optimiert.

Der Getränkefachgroßhandel ist die logistische Drehscheibe des Getränke-Mehrwegsystems. Dort werden täglich große Mengen an Leergut bewegt, sortiert und gelagert. Obwohl Kamera- und KI-Technik im GFGH schon in der Sortierung eingesetzt werden, verläuft die Erfassung von Leergut aufgrund verschiedener Herausforderungen in der Regel händisch. Eine Digitalisierung dieses Prozesses soll dazu beitragen, Abläufe zu beschleunigen, die Datentransparenz zu erhöhen und die Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette zu optimieren.

Das Projekt EmpInVision umfasst eine ausführliche Ist-Analyse, bei der Experten aus der Mehrwegpraxis eng eingebunden werden, die Durchführung der Praxistests sowie eine ökonomische und ökologische Nutzenbewertung der pilotierten Lösung.

Bei der Umsetzung wollen wir Impulse unserer Mitglieder und anderer interessierter Personen miteinbinden. Kommen Sie bei Interesse und Rückfragen gerne auf uns zu.

EU-Projekt „Interpool“ startet: Glas-Mehrweg europaweit gemeinsam denken

EU-Projekt „Interpool“ startet: Glas-Mehrweg europaweit gemeinsam denken

Mit dem EU-geförderten Projekt Interpool startet ein neues internationales Vorhaben, das zeigt, wie Glas-Mehrwegverpackungen künftig grenzüberschreitend genutzt werden können. Pro Mehrweg arbeitet dabei gemeinsam mit 14 Partnern aus Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden in den kommenden 3,5 Jahren daran mit, die Grundlagen für die Interoperabilität von Glas-Mehrwegsystemen zu schaffen.

Ziel des Projekts ist es, bestehende und neue Mehrwegsysteme europaweit kompatibler zu gestalten und zentrale technische, logistische und regulatorische Hürden abzubauen. Dafür umfasst Interpool unter anderem:

  • die Analyse bestehender Mehrwegsysteme in vier Ländern (inkl. Logistik, Technik und Regulierung),
  • die Entwicklung von Lösungen für grenzüberschreitende Mehrwegpools,
  • die Einbindung von Herstellern, Handel, Dienstleistern und Innovationstreibern
  • sowie die Erarbeitung einer gemeinsamen politischen Strategie und eines europäischen Skalierungsplans für Glas-Mehrweg.

Unsere Projektpartner im Projekt sind:

  • Fair Resource Foundation (NL, Koordinierung)
  • Enviu Zero Waste (BE)
  • Provinz Süd-Holland (NL)
  • Verpact/KIDV (NL)
  • Citeo (FR)
  • Réseau Vrac et Réemploi (FR)
  • Genossenschaft Deutscher Brunnen eG (DE)
  • Mehrwegverband Deutschland e.V. (DE)
  • Fost Plus (BE)
  • Universiteit Antwerpen – REuseLab (BE)
  • Mission Zero Academy (BE)
  • New ERA (BE)
  • Zero Waste Europe (BE)
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