Erfolgreiche Jubiläums-Mitgliederversammlung zum 40-jährigen Bestehen von PRO MEHRWEG

Erfolgreiche Jubiläums-Mitgliederversammlung zum 40-jährigen Bestehen von PRO MEHRWEG

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Bild: Westerwald-Brauerei

Landesumweltministerium gratuliert Verband Pro Mehrweg e.V. in Hachenburg zum 40. Geburtstag – Jahrestagung in der Westerwald-Brauerei

Hachenburg, 20. November 2023. Unsere heutige Gesellschaft weiß mehrheitlich um die Bedeutung des Umweltschutzes für eine gute Zukunft und sieht die Vorteile von Mehrwegverpackungen gegenüber Einwegverpackungen. Dass dem so ist, daran hat der Verband Pro Mehrweg e.V. einen entscheidenden Anteil. Seit 1983 fördert die Interessengemeinschaft den Einsatz von Mehrwegverpackungen.  Für seine 40. Jahrestagung hatte der Verband seine Mitglieder am 16. Und 17. November in die vollkommen transparente und klimaneutrale Westerwald-Brauerei nach Hachenburg eingeladen. Pro Mehrweg e.V. gab hierbei seinen Mitgliedern, Interessierten aus der Branche und auch der Öffentlichkeit die Möglichkeit, sich über die neuesten Entwicklungen im Bereich nachhaltiger Verpackungslösungen zu informieren. Die Westerwald-Brauerei, die ihre Biere selbst zu annähernd 100 Prozent in Mehrweggebinden abfüllt, begrüßte die Gäste aus ganz Deutschland natürlich gern in Hachenburg.

Westerwald-Brauerei verfolgt klare Mehrweg-Strategie

Denn die Westerwald-Brauerei ist selbst Verbandsmitglied und nicht nur aufgrund ihrer nachhaltigen Unternehmensstrategie Verfechter eines praxistauglichen Mehrweg-Konzeptes. Brauereichef Jens Geimer betont: „Getränke-Mehrwegflaschen haben ökologisch einen klaren Vorsprung und sind ein wichtiger Beitrag zum Schutz des Klimas. Sie schützen wertvolle Ressourcen und vermeiden Abfall, deshalb werden wir an unserer Mehrweg-Strategie ganz klar festhalten.“

Umweltministerium lobt Engagement von Pro Mehrweg und der Westerwald-Brauerei

An der zweitägigen Mitgliederversammlung von Pro Mehrweg nahmen mehr als 40 führende Unternehmen und Akteure der Mehrweg-Branche teil. Auch Dr. Dirk Grünhoff, Referent im rheinland-pfälzischen Umweltministerin, gratulierte stellvertretend für Landesumweltministerin Katrin Eder persönlich zum Jubiläum: “Mit dem europäischen Grünen Deal soll die europäische Wirtschaft moderner, ressourceneffizienter und wettbewerbsfähiger werden, um das gesetzte Ziel der Klimaneutralität in Europa bis 2050 zu erreichen. Ein wichtiger Baustein zur Erreichung der Klimaneutralität ist die Vermeidung von Abfällen. Mehrweg vermeidet nicht nur Abfälle, sondern verringert im Vergleich zu Einweg auch den Ressourcen- und Energieverbrauch. Hier setzt der Verband Pro Mehrweg seit nunmehr 40 Jahren an, und dieses Engagement hat unser aller Respekt verdient. Auch die Westerwald-Brauerei hat mit ihrem klaren Bekenntnis zu Mehrweg und ihrem Engagement in Sachen Klimaneutralität die Weichen für die Zukunft gestellt und trägt dem Grünen Deal in diesem Bereich bereits heute Rechnung.“

Vielseitige Anstrengungen auf europäischer, Landes- und Bundesebene

Da bei der Jahrestagung nicht nur Fachpublikum anwesend war, zeigte der Geschäftsführende Vorstand von Pro Mehrweg e.V., Günther Guder, in der Westerwald-Brauerei nochmals einfach wie klar die Kernthemen des Interessenverbands auf: „Wir fördern Mehrweg-Getränkeverpackungen in der Getränkeindustrie, im Groß- und Einzelhandel und bei den Konsumenten. Wir setzen uns in Politik und Gesellschaft auf europäischer, Bundes- und Landesebene für Mehrweg ein. Würden in Deutschland alle alkoholfreien Getränke ausschließlich in Mehrweg- statt in Einwegflaschen abgefüllt, ließen sich pro Jahr ca. 1,35 Millionen Tonnen CO2 einsparen.“ Die überwältigende Beteiligung an der 40. Pro Mehrweg-Mitgliederversammlung in der Westerwald-Brauerei sowie die große Zahl an Fachvorträgen markierten nicht nur einen Meilenstein in der Geschichte des Verbands, sondern unterstrichen einmal mehr auch die gesamtgesellschaftliche Bedeutung nachhaltiger Verpackungslösungen für eine umweltfreundliche Zukunft.

Die Westerwald-Brauerei

Die Westerwald-Brauerei ist eine inhabergeführte Familienbrauerei und wird in der 5. Generation von Jens Geimer geleitet. Die vielfach ausgezeichneten Biere werden schwerpunktmäßig im geographischen Westerwald sowie den angrenzen Regionen in der gepflegten Gastronomie und im gut geführten Fach- und Lebensmitteleinzelhandel verkauft. Berühmt ist der Mittelständler mit gut 90 Mitarbeitern sowie 13 Auszubildenden für das Brauen mit 100% Aromahopfen und die 6 Wochen lange Reifezeit. Daher wurde die Westerwald-Brauerei in den Werteverband der Slow-Brewer aufgenommen, welcher sie jährlich streng zertifiziert. Darüber hinaus darf die Familienbrauerei sich zu einer der ersten deutschen Brauereien zählen, die im Rahmen der Gemeinwohl-Ökonomie eine Gemeinwohlbilanz vorlegt und damit den Grundstein für die strategische Ausrichtung des Unternehmens hinsichtlich eines nachhaltigen und ethischen Wirtschaftens legt. Seit Oktober 2021 ist die mittelständische Brauerei außerdem zu 100% klimaneutral durch Kompensation mit einem zertifiziertem Klimaschutzprojekt nach Scope 1, 2 und 3. Die gesamte „Erlebnis-Brauerei“ mit angeschlossenem Bier-Park kann jederzeit besichtigt werden – auch alle Produktionsräume – denn Transparenz ist ein Herzensanliegen.

Der Verband Pro Mehrweg e.V.

Der Verband Pro Mehrweg e.V. ist ein Zusammenschluss von Verbänden und Unternehmen der Getränke-Industrie, des Getränkefachgroß- und Getränkeeinzelhandels, ihrer Zulieferindustrien, Umweltverbänden und Einzelpersonen. Er versteht sich als Plattform für alle, die zum Erhalt und zur Weiterentwicklung des weltweit einzigartigen Mehrwegsystems in Deutschland beitragen. Die Mitglieder des Verbands treten überall dort für den Einsatz von Mehrweggebinden ein, wo sie ökologisch und ökonomisch sinnvoll sind.

Die Aufgaben von Pro Mehrweg e.V. sind:

  • Förderung von Mehrweg-Getränkeverpackungen in der Getränkeindustrie sowie im Groß- und Einzelhandel.
  • Unterstützung von Maßnahmen zur Optimierung und Weiterentwicklung des Mehrwegsystems für Getränke unter Einbezug aller relevanter Partner.
  • Dialog mit allen relevanten Gruppen der Öffentlichkeit zur Förderung von Mehrweg-Getränkeverpackungen bei den Konsumenten.
  • Beratung der gesetzgebenden und ausführenden Organe auf europäischer, Bundes- und Landesebene in Bezug auf juristische, ökologische, soziale und ökonomische Fragen und Entscheidungen – etwa beim Verpackungs- oder dem Kreislaufwirtschaftsgesetz.

Die Ziele und Positionen von Pro Mehrweg e.V. lauten:

  • Zum Schutz von Umwelt und Klima sowie zur Schonung endlicher Ressourcen sollen Mehrweggebinde überall dort eigesetzt werden, wo sie unter ökologischen, sozialen und ökonomischen Gesichtspunkten sinnvoll sind. Das bedeutet zugleich, dass Mehrweg nicht um jeden Preis einzusetzen ist, sondern immer dann, wenn sich Abfall durch Wiederverwendung und Gebindekreisläufe vermeiden lässt. Pro Mehrweg e.V. widerspricht außerdem der Einschätzung einiger Industrievertreter, die Produktion von Einwegverpackungen und der dadurch verursachte Abfall seien volkswirtschaftliche Wertschöpfung – etwa, weil sich durch Recycling Wertstoffe gewinnen ließen.

 

  • Pro Mehrweg sieht den Gesetzgeber und die Exekutive auf europäischer Ebene und in Deutschland – hier vor allem die Bundesregierung – in der Pflicht, geeignete Maßnahmen zu treffen, um Mehrwegsysteme in der Getränkebranche zu etablieren und ihre Existenz zu sichern. Die derzeit geltenden Maßnahmen reichen nicht aus, um die im Verpackungsgesetz vorgesehene Mehrwegquote von 70 Prozent zu erreichen.

 

  • Gemeinsam mit den Partnern der „Mehrweg-Allianz“ fordert Pro Mehrweg daher von der Bundesregierung die Einführung einer Abgabe auf Einwegplastikflaschen und Dosen in Höhe von mindestens 20 Cent zusätzlich zum bestehenden Pfand. Die Kennzeichnung von Getränkeverpackungen in der Nähe des Produktes sollte zudem verbessert werden, indem sie in Zukunft verpflichtend auch auf der Verpackung erfolgt.

Pressemitteilung zum Download

Erste Weine in 0,75 Liter Mehrwegflasche am Markt

Erste Weine in 0,75 Liter Mehrwegflasche am Markt

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Bild: Karin Steinmann

Der auf der Fachmesse ProWein im Frühjahr mit Unterstützung des Verbandes Pro Mehrweg angekündigte, bundesweit erste Mehrwegpool für Weinflaschen ist Realität. Seit kurzem sind die ersten Weine in der neuen 0,75 Liter Mehrwegflasche im ausgewählten Wein- und Getränkefachhandel erhältlich. Zum Start in Baden-Württemberg, aber in der Folge auch in weiteren Teilen Deutschlands. Das Flaschenpfand liegt bei 25 Cent je Flasche.

Weitere Infos lesen Sie in der Pressemitteilung der Wein-Mehrweg eG.

Pressemitteilung Wein-Mehrweg eG

Start des Pilotprojekts Reusable To-Go in Mainz und Wiesbaden

Start des Pilotprojekts Reusable To-Go in Mainz und Wiesbaden

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Foto: Reusable To-Go beim Rheinland-Pfalz-Tag vom 16.-18.06.2023 in Bad Ems

Wiesbaden und Mainz wollen Mehrweg attraktiver machen – mit einem Modellprojekt. Das Ziel: Mehrwegbehälter sollen bald an vielen Stellen zurückgegeben werden können, nicht nur da, wo man den Kaffee oder den Salat gekauft hat. Dafür kämpft die Initiative Reusable To-Go. Unterstützt wird das Projekt von den Umweltministerien von Hessen und Rheinland-Pfalz sowie von den beiden Städten Wiesbaden und Mainz.

Im Hessischen Rundfunk wurde dazu am 16.08.2023 ein Beitrag veröffentlicht, den Sie in der ARD-Mediathek abrufen können (beginnt bei 08:40 Minuten).

Die Initiative Reusable To-Go ist 2021 mit dem Ziel entstanden, ein funktionierendes Kreislaufsystem für Mehrwegverpackungen aufzubauen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, eine neutrale, offene, gemeinschaftliche IT-Plattform für den Aufbau und Inhalt des Systems zu gründen und die Angebots- und Nachfrageseite zusammenzubringen. Unser Verband ist in diese Diskussionen von Anfang an eingebunden und aktives Mitglied im Lenkungsausschuss der Initiative.

Hier geht es zum Beitrag:

Beitrag des Hessischen Rundfunks

Wein auf dem Mehrweg: 0,75-l-Mehrweg-Poolflasche vorgestellt

Wein auf dem Mehrweg: 0,75-l-Mehrweg-Poolflasche vorgestellt

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In der deutschen Weinwirtschaft wird aktuell das Thema „Nachhaltigkeit bei Verpackungen“ verstärkt angegangen. Gemeinsam mit der Weinheimat Württemberg und der vor Kurzem gegründeten Wein-Mehrweg eG haben wir im März dieses Jahres eine neue 0,75-l-Mehrweg-Poolflasche auf der Messe Pro Wein in Düsseldorf vorgestellt. Rein technisch gesehen kann sie bis zu 50 Umläufe absolvieren – wie etwa die bekannte Perlenflasche der Mineralbrunnen auch. 10 Winzergenossenschaften aus Württemberg haben sich bereits hinter die neue Flasche gestellt und die damit verbundenen Verwendungsbestimmungen akzeptiert. Weitere Interessenten aus ganz Deutschland sind herzlich zur Nutzung des neuen Gebindes eingeladen!

Zum Start in diesem Jahr wird diese Flasche im vorhandenen 6er- oder 12er-Kasten distribuiert und voraussichtlich im Getränke- und Weinfachhandel angeboten, ergänzt um den Direktvertrieb der beteiligten Betriebe. Die Wein-Service Gesellschaft wird das Spülen übernehmen – bereits jetzt werden dort rund 24 Mio. 1-l-Mehrwegflaschen pro Jahr gereinigt. Die Logistik für den Kreislauf wird ebenso wie die Spülinfrastruktur sukzessive über Baden-Württemberg hinaus ausgebaut.

Die neue 0,75-l-Mehrweg-Poolflasche steht damit ebenso wie die bereits weitgehend regional verwendete 1-l-Flasche an der Spitze der gesetzlich festgeschriebenen Abfallhierarchie, die Vermeidung vor Verwertung setzt. Mehrweg steht für Ressourcenschonung, Abfallvermeidung und Klimaschutz! Wir wünschen viel Erfolg!

Dass es unterschiedliche Ansätze gibt, Wein in Mehrwegflaschen zu vermarkten, zeigt derweil ein interessanter Beitrag des SWR Fernsehen unter dem Titel „So könnte ein Mehrwegsystem für Weinflaschen aussehen“ – die oben vorgestellte Flasche ist u. a. auch dabei.

Beitrag des SWR Fernsehen

„Vorschlag der EU-Kommission gefährdet deutsche Mehrwegsysteme“ – Pressemitteilung zur PPWR

„Vorschlag der EU-Kommission gefährdet deutsche Mehrwegsysteme“ – Pressemitteilung zur PPWR

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Verbände dringen auf Korrektur der geplanten Verpackungsverordnung

Berlin/Brüssel, 26. Mai 2023. Mit einer für alle 27 Mitgliedstaaten verbindlichen Verordnung will die EU die wachsende Flut des Verpackungsmülls in Europa eindämmen und die Kreislaufwirtschaft stärken. Ein ehrgeiziges Vorhaben, das die richtigen Ziele setzt: Mehrweg stärken, den Ressourcenverbrauch senken und die Recyclingfähigkeit von Verpackungen verbindlich vorschreiben – wichtige Meilensteine für den Umwelt- und Klimaschutz.

An einer entscheidenden Stelle jedoch fördert der Entwurf der „Packaging and Packaging Waste Regulation“ (PPWR) nicht den Umweltschutz, sondern hebelt ihn auf absurde Weise aus: Obwohl die Stärkung von Mehrwegsystemen gerade auch im Bereich der Getränkewirtschaft das erklärte Ziel der geplanten EU-Verordnung ist, werden bereits etablierte erfolgreiche und seit Jahrzehnten funktionierende Mehrwegsysteme durch die vorgesehenen Regelungen in ihrer Existenz gefährdet.

In Deutschland hatten Brauereien und Mineralbrunnen schon vor über 70 Jahren damit begonnen, eigene Mehrwegsysteme aufzubauen, die bis heute bestehen. Allein die 1.500 überwiegend handwerklichen und mittelständischen Brauereien in Deutschland haben aktuell etwa vier Milliarden Mehrwegpfandflaschen im Umlauf und erreichen damit einen Mehrweganteil von ca. 80 Prozent. Ausgerechnet solche bewährten umweltfreundlichen Verpackungssysteme im Bereich der mittelständisch geprägten Getränkewirtschaft werden nun durch die PPWR-Pläne gefährdet – nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Staaten der EU. Und dies, obwohl das Ziel der Regulierung eigentlich eine klare Stärkung von Mehrweg ist.

Vier Beispiele, die zeigen, wie widersprüchlich die Pläne der EU-Kommission sind:

Deutschland als größte Volkswirtschaft der EU unterhält eine Vielzahl höchst unterschiedlicher, aber erfolgreicher und umweltfreundlicher Mehrwegsysteme – von den offenen Flaschenpools der Brauereien bis hin zum geschlossenen und gesteuerten Pool der Genossenschaft Deutscher Brunnen. Die Mehrwegquoten in Deutschland liegen seit Jahrzehnten weit oberhalb der von der EU für 2040 vorgesehenen Zielquoten. Die Rücklaufquoten von Mehrwegflaschen und -kästen setzen mit nahezu 99 Prozent europaweit den Maßstab für erfolgreiche Mehrwegsysteme. Die EU will nun allen Mehrwegsystemen in Europa eine einheitliche, zentralistische Verwaltungsbürokratie vorschreiben und eine Vielzahl fragwürdiger Vorschriften überstülpen – ein kompliziertes Regelwerk, das für die Kreislaufwirtschaft in Deutschland mit Milliarden-Investitionen verbunden wäre, ohne einen ökologischen Mehrwert zu bieten, und das funktionierende Mehrwegkreisläufe in der Fläche zerstören würde.

Im Rahmen neuer Deklarationspflichten wird eine „dauerhaft angebrachte Kennzeichnung“ von Mehrwegverpackungen gefordert – im deutschen Mehrwegsystem, wo seit jeher mit abwaschbaren Etiketten gearbeitet wird, würde dies den Weiterbetrieb der erfolgreichen Systeme unterbinden und auf eine vollständige Vernichtung der existierenden Mehrwegflaschen- und Kastenpools hinauslaufen, weil diese dann künftig nicht mehr genutzt werden dürften, obwohl sie noch viele Jahre im Einsatz sein könnten.

Den Leerraumanteil zu begrenzen, also die Luft in Transportverpackungen, mag mit Blick auf den Versandhandel sinnvoll sein – übertragen auf Wasser- oder Bierkästen würde die von Brüssel geplante Regulierung jedoch den Transport und die Lagerung von Mehrwegflaschen künftig unmöglich machen. Nur einer von vielen Punkten, an denen eine gut gemeinte Regelung weit übers Ziel hinausschießt. Offenbar hat man dabei vergessen, dass die Rückführung im leeren Zustand ein wesentliches Merkmal von Mehrwegverpackungen ist.

Die im deutschen Verpackungsgesetz verankerte Rücknahmepflicht für Mehrwegverpackungen durch Letztvertreiber, die als eine Grundvoraussetzung für den erfolgreichen Betrieb von Mehrwegsystemen gilt, ist in der PPWR hingegen nicht vorgesehen. Stattdessen werden die – in Deutschland nicht vorhandenen –  Systembetreiber verpflichtet, für die Rücknahme zu sorgen, ohne dass erkennbar wird, wie dies erfolgen soll.

Die Verbände der Getränkewirtschaft haben sich im Mai 2023 in einem gemeinsamen Schreiben an Mitglieder des Europäischen Parlaments gewandt, um auf den drohenden Kollateralschaden der PPWR für die umweltfreundlichen Mehrwegsysteme hinzuweisen. Die unterzeichnenden Verbände repräsentieren einige der ältesten und erfolgreichsten Mehrwegsysteme in der Europäischen Union, die nun durch bürokratische Überregulierung akut gefährdet werden. Welche ökonomischen und ökologischen Folgen ein Kollaps der nationalen Mehrwegsysteme gerade im Getränkesektor für Deutschland nach sich ziehen würde, haben die Verbände mehrfach auch im Dialog mit der Bundesregierung deutlich gemacht.

„Wir sehen den positiven Ansatz, den die EU-Kommission mit ihrem Verordnungsentwurf verfolgt. Als Vertreter aller Stufen der Mehrweg-Lieferketten unterstützen wir ausdrücklich das Ziel, Mehrweg zu fördern und zu stärken. Mehrwegsysteme leisten einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz und damit zu den Zielen des Green Deal“, heißt es in dem Verbändeschreiben an das Europäische Parlament, das dieser Tage über die Vorschläge der Kommission beraten hat. Wenn es die Politik wirklich ernst meine mit der Förderung und dem Ausbau der Kreislaufwirtschaft, dürfe sie aber nicht jene Unternehmen bestrafen, die seit Jahrzehnten in funktionierende Mehrwegsysteme investieren, warnen die Verbände. „Wir appellieren, alles zu unterlassen, was erfolgreiche bestehende Systeme in ihrer Existenz gefährdet.“ Die vor vielen Jahren in Deutschland und auch anderen Staaten der EU etablierten Mehrweglösungen seien durch intelligente, individuelle Lösungen groß und erfolgreich geworden – sie lassen sich nicht nachträglich in bürokratische Schablonen pressen. Die Forderung der Mehrweg-Verbände: „Erfolgreich etablierte und funktionierende Mehrwegsysteme in den Ländern Europas müssen durch einen garantierten unbefristeten Bestandsschutz gesichert werden. Gefährdet die Europäische Union durch eine unbedachte Umweltpolitik ausgerechnet die Zukunft von Mehrweg, macht sie sich unglaubwürdig.“

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Kampagne „Mehrweg ist Klimaschutz“ 2023 der Allianz für Mehrweg gestartet

Kampagne „Mehrweg ist Klimaschutz“ 2023 der Allianz für Mehrweg gestartet

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Mehrweg-Allianz startet bundesweite Mitmach-Aktion „Mehrweg ist Klimaschutz“ und fordert von Umweltministerin Lemke, die Mehrwegförderung aus dem Koalitionsvertrag umzusetzen

  • Verbraucherkampagne informiert in mehr als 5.000 Betrieben des Getränkehandels über Mehrwegflaschen als klimafreundliche Getränkeverpackung
  • Klimaschutz ganz einfach: Bei Mitmach-Aktion können 20 Familien ein Jahr kostenlose Getränke in regionalen Mehrwegflaschen gewinnen
  • Mehrweg-Allianz fordert von Umweltministerin Lemke Einwegabgabe von mindestens 20 Cent zur Erreichung der gesetzlichen Mehrwegquote von 70 Prozent

Die aktuelle Pressemitteilung finden Sie hier.

Ebenso folgende Unterlagen:

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