Pro Mehrweg e.V. Mitglieder­versamm­lung in Düsseldorf

Pro Mehrweg e.V. Mitglieder­versamm­lung in Düsseldorf

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7. Oktober 2019 – Die Weiterführung der Kampagne „Mehrweg ist Klimaschutz“ unter Berücksichtigung der aktuellen politischen Diskussion sowie intensive Debatten über die zurückgezogene, fehlerhafte Ökobilanz Getränkekartonverpackungen und die von der mittelständischen Brauwirtschaft geforderte Pfanderhöhung bestimmten die gestrige Mitgliederversammlung des bereits 1983 gegründeten Verbands Pro Mehrweg in Neuss. In engagierten Beiträgen einzelner Teilnehmer wurden die Grundannahmen der Ökobilanz widerlegt und so der Aussage, Getränkekartonverpackungen seien besser fürs Klima, entgegengetreten. Interessanterweise liegt auch vom durchführenden Ifeu-Institut noch keine Antwort auf einen längeren Fragenkatalog zur Studie vor. Das Thema Pfandsatzerhöhungen für Getränkekästen und -Flaschen würde aus vielen Blickwinkeln beleuchtet und so aufgezeigt, dass es für eine Realisierung noch Lösungen für einige wichtige Problemkreise bedarf. Im Vorstandsamt für weitere drei Jahre bestätigt und gleichzeitig zum Hauptgeschäftsführer berufen wurde Günther Guder. Die Herren Dirk Reinsberg (BV GFGH) und Jörg Pott (Pott‘s Brauerei, Oelde) verstärken den jetzt 7-köpfigen Beirat des Verbandes.

7. Reuse-Konferenz in Brüssel

7. Reuse-Konferenz in Brüssel

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24. September  2019 – Michel Haelterman als Präsident der Europäischen Getränkefachgroßhandelsverbände (CEGROBB) sowie Emmanuelle Marie von der DG Environment und MEP Sven Giegold waren die ersten Keynote-Speaker der diesjährigen Reuse-Conference, die mit über 120 Anmeldungen aus Parlament, Kommission, Verbänden und Einzelfirmen einen neuen Höchststand verbuchte. Gefordert wurde von den Veranstaltern Unterstützung und Ausbau von Mehrwegsystemen und eine wichtige Rolle dieser Systeme bei der Umsetzung der Europäischen Plastik-Strategie. Abgerundet mit Best-Practice Beispielen aus Deutschland, Oregon (USA) und Luxemburg wird in zwei hochkarätig besetzten Paneldiskussionen am Nachmittag über verpflichtende Mehrwegziele und Fördermöglichkeiten diskutiert. Wichtig wird jetzt die möglichst rasche Umsetzung in allen EU-Mitgliedsstaaten um Müll-und Plastikberge zu reduzieren getreu der Europäischen Abfallhierarchie: „Vermeidung vor Verwertung!“

Boykott der Mehrwegquote stoppen: Verbände-Allianz startet neue Kampagne

Boykott der Mehrwegquote stoppen: Verbände-Allianz startet neue Kampagne

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Boykott der Mehrwegquote stoppen: Verbände-Allianz fordert Abgabe auf Einweg und startet neue Verbraucherkampagne für klimafreundliche Mehrwegflaschen

Umfrage der Deutschen Umwelthilfe belegt Boykott der gesetzlichen Mehrwegquote von 70 Prozent durch Marktakteure wie Aldi, Lidl, Danone, Nestlé oder Lekkerland – Bundesregierung muss absehbares Unterschreiten der Mehrwegquote durch eine Abgabe auf Einweg sanktionieren – Kennzeichnung von Einweg und Mehrweg auf dem Produkt notwendig – Umwelt-, Verbraucher- und Wirtschaftsverbände antworten mit Neuauflage der Verbraucherkampagne „Mehrweg ist Klimaschutz“ auf Angriffe der Einwegindustrie auf das Mehrwegsystem

 

Berlin, 29.4.2019: Scheinbar sind Umweltgesetze dazu da, um ignoriert zu werden. Nach diesem Motto verfahren zumindest die Harddiscounter Aldi und Lidl, welche das größte Getränkesegment Mineralwasser mit ihren Produkten in Einwegplastikflaschen zu Dumpingpreisen dominieren. Die beiden Unternehmen teilten der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gegenüber schriftlich mit, ausschließlich auf Einweggetränkeverpackungen setzen zu wollen. Die Einwegstrategie der Harddiscounter deckt sich mit dem Handeln vieler weiterer Marktakteure, wie z.B. Danone, Pepsi, Nestlé oder Lekkerland. Sie boykottieren laut DUH die seit dem 1. Januar 2019 gültige Quote für klimafreundliche Mehrweggetränkeverpackungen von 70 Prozent aus dem Verpackungsgesetz.

Als Gegenreaktion auf den von Aldi, Lidl & Co. mitgeteilten Boykott der gesetzlichen Mehrwegquote fordert die „Mehrweg-Allianz“ von der Bundesregierung die Einführung einer Abgabe auf Einwegplastikflaschen und Dosen in Höhe von mindestens 20 Cent zusätzlich zum bestehenden Pfand. Die aufwendige Kennzeichnung von Getränkeverpackungen in der Nähe des Produktes sollte zudem verbessert werden und zukünftig zusätzlich direkt auf der Verpackung erfolgen. Die „Mehrweg-Allianz“ besteht aus der Deutschen Umwelthilfe (DUH), der Stiftung Initiative Mehrweg (SIM), dem Bundesverband des deutschen Getränkefachgroßhandels (BV GFGH), dem Verband des Deutschen Getränke-Einzelhandels (VDGE), dem Verband Private Brauereien Deutschland und dem Verband Pro Mehrweg.

Um Verbraucher beim umweltbewussten Getränkekauf zusätzlich zu unterstützen, legt die „Mehrweg-Allianz“ gemeinsam mit 5.000 Getränkehändlern, Brauereien, Mineralbrunnen und Fruchtsaftabfüllern die größte Informationskampagne im Getränkebereich „Mehrweg ist Klimaschutz“ neu auf. Durch Informationen zum Klimaschutzbeitrag wiederverwendbarer Mehrwegflaschen sollen Verbraucher zum Verzicht auf umweltschädliche Getränkedosen und Einwegplastikflaschen angeregt werden. Die Wiederbefüllung von Mehrwegflaschen spart im Vergleich zur ständigen Neuherstellung von Einwegverpackungen erhebliche Mengen an Ressourcen, Energie und Treibhausgasemissionen ein. Händler, Unternehmen, Abfallberater, Kommunen und gesellschaftliche Gruppen werden aufgerufen, das kostenlose Informationsmaterial zu nutzen und Verbraucher zu informieren.

Allein in Deutschland werden jährlich rund 16,4 Milliarden Einwegplastikflaschen mit einem Gewicht von mehr als 470.000 Tonnen hergestellt und auch die Getränkedose ist mit zweistelligen Wachstumsraten weiter auf dem Vormarsch. Wenn bereits jetzt erkennbar ist, dass klimafreundliche Mehrwegflaschen bis 2021 den Marktanteil von 70 Prozent nicht erreichen werden, muss die Bundesregierung gemäß einem Entschließungsantrag des Bundestages vom 28. März 2017 „weitergehende rechtliche Maßnahmen“ entwickeln. Eine solche weitergehende Maßnahme muss nach Einschätzung der „Mehrweg-Allianz“ die Einführung einer Lenkungsabgabe auf Einweggetränkeverpackungen in Höhe von 20 Cent (zusätzlich zum Pfand) sein, wie sie bei Alkopops seit Jahren besteht.

Für eine selbstbestimmte Entscheidung am Verkaufsregal ist es notwendig, dass Verbraucher Mehrweg und Einweg eindeutig unterscheiden können. Deshalb hat die Bundesregierung im Verpackungsgesetz eine Kennzeichnung am Verkaufsort festgelegt. Aktuelle Tests der DUH belegen jedoch erhebliche Probleme bei der Umsetzung in großen Supermärkten. Neben fehlenden Hinweisen und zu kleinen Schildern, ist insbesondere die falsche Kennzeichnung von Einweg als Mehrweg problematisch. Daher fordert die „Mehrweg-Allianz“ die Einführung einer zusätzlichen Kennzeichnung direkt auf der Verpackung. Ministerin Schulze muss schnellstmöglich nachbessern.

Nach dem Willen von Umweltministerin Svenja Schulze sollen die unverständlichen und kontraproduktiven Ausnahmen von Säften und Nektaren aus der Einwegpfandregelung weiterhin fortbestehen. Die „Mehrweg-Allianz“ fordert hingegen eine Vereinfachung der Einwegpfandpflicht, die anhand der Getränkeverpackung festgelegt werden muss. Es ist nicht nachvollziehbar, warum dieselbe Einwegplastikflasche mit Cola bepfandet, aber mit Saft unbepfandet ist. Auch Getränkekartons sind unökologische Einwegverpackungen und sollten künftig mit einem Einwegpfand belegt werden.

Hintergrund Kampagne Mehrweg ist Klimaschutz:

Seit 2007 informieren Umwelt-, Verbraucher und Wirtschaftsverbände Bürger über die Umweltfreundlichkeit von Getränkeverpackungen. Verbraucher sollen so bei einer selbstbestimmten Kaufentscheidung unterstützt werden. Das diesjährige Kampagnenmotiv zeigt eine Weltkugel in der Perlenflasche – sie ist die bekannteste Mehrwegflasche der Welt und feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum. Das Motiv verdeutlicht den Beitrag wiederverwendbarer Mehrwegflaschen zum Schutz unseres Planeten und des Klimas.

Links:

Frei verwendbare Druckvorlagen für Flyer und Poster der Kampagne „Mehrweg ist Klimaschutz“:
https://www.duh.de/mehrweg-klimaschutz0/downloads/

Forderungspapier zum Mehrwegschutz:
http://l.duh.de/p190429

Vorteile von Mehrwegflaschen:
https://www.duh.de/mehrweg-klimaschutz0/vorteile-von-mehrweg/

Probleme durch Einweg-Plastikflaschen:
https://www.duh.de/mehrweg-klimaschutz0/einweg-plastikflaschen/

Fakten zu Ökobilanzen von Getränkeverpackungen:
http://l.duh.de/p190429

Interview GFGH: Mehrweg for Future

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18. November 2019 - Der geschäftsführende Vorstand des Pro Mehrweg e.V., Günther Guder, nimmt in einem Interview mit der Fachzeitschrift Getränkefachgroßhandel Stellung zu den aktuellen Themen des...

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7. Reuse-Konferenz in Brüssel

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Wertschätzung ist wichtig!

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Zum heutigen Erdüberlastungstag hat die Deutsche Umwelthilfe ein neues Video produziert. Das Video zieht eine Parallele zwischen dem wenig schätzende Umgang mit Ressourcen und einer zunehmenden...

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„Mehrweg ist Zukunft“

„Mehrweg ist Zukunft“

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Der Vorstand des Verbandes Pro Mehrweg, Günther Guder, knüpft mit einem Leserbrief in der BRAUWELT an deren Berichterstattung über die logistische Situation des letzten Jahres an. Die Fachzeitschrift BRAUWELT hatte in der vorösterlichen Ausgabe einen ausführlichen Artikel zu der logistischen Situation des letzten Jahres und ihren Hintergründen in Form von Interviews verschiedener Marktbeteiligter veröffentlicht.

Um den Diskussionen auf unterschiedlichsten Ebenen einen Rahmen und eine Zielrichtung zu geben, hat der Vorstand des Verbandes Pro Mehrweg, Günther Guder, an die Berichterstattung anknüpfend einen Leserbrief verfasst, der in der aktuellen Ausgabe der BRAUWELT abgedruckt ist und auch in der aktuellen GETRÄNKE ZEITUNG als „Standpunkt“ veröffentlicht wurde.

Interview GFGH: Mehrweg for Future

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18. November 2019 - Der geschäftsführende Vorstand des Pro Mehrweg e.V., Günther Guder, nimmt in einem Interview mit der Fachzeitschrift Getränkefachgroßhandel Stellung zu den aktuellen Themen des...

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7. Reuse-Konferenz in Brüssel

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Verbände-Allianz fordert konkreten Maßnahmenplan

Verbände-Allianz fordert konkreten Maßnahmenplan

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Verbände-Allianz fordert von der Bundesregierung einen konkreten Maßnahmenplan zur Erreichung der gesetzlichen Mehrwegquote für Getränkeverpackungen

Internationale Getränkekonzerne wie Coca-Cola, Pepsi und die Harddiscounter Aldi und Lidl boykottieren die gesetzliche Mehrwegquote von 70 Prozent – Deutsche Umwelthilfe kündigt regelmäßige Überprüfung des Beitrags der größten Marktakteure in der Getränkewirtschaft zur Umsetzung der Mehrwegquote an – Bundesregierung muss absehbares Unterschreiten der Mehrwegquote durch eine Abgabe auf Einweg sanktionieren – Umwelt-, Verbraucher- und Wirtschaftsverbände antworten mit Neuauflage der Verbraucherkampagne „Mehrweg ist Klimaschutz“ auf Angriffe der Einwegindustrie auf das Mehrwegsystem – Kunden sollen an der Ladenkasse für den Klimaschutz abstimmen

Berlin, 18.07.2018 |  Das Getränke-Mehrwegsystem gerät durch den Vormarsch unökologischer Einwegflaschen und Dosen immer weiter unter Druck – nicht zuletzt wegen des Teilausstiegs von Coca- Cola aus dem deutschen Mehrwegsystem. Obwohl im neuen Verpackungsgesetz eine gesetzliche Mehrwegquote von 70 Prozent festgelegt wurde, liegt diese aktuell nur noch bei rund 43 Prozent. Nicht nur internationale Getränkekonzerne wie Coca-Cola, Pepsi und Danone Waters oder die Harddiscounter Aldi und Lidl, sondern auch große deutsche Getränkehersteller handeln nicht nach der verbindlichen Wiederverwendungsquote und stellen das Mehrwegsystem in Frage.

Deshalb fordert die „Mehrweg-Allianz“ von der Bundesregierung die Vorlage eines konkreten Maßnahmenplans, wie die gesetzliche Mehrwegquote von derzeit rund 43 auf 70 Prozent im Jahr 2021 gesteigert werden soll. Hierzu gehört auch eine frühzeitige Sanktionierung des absehbaren Unterschreitens der Mehrwegquote durch eine Abgabe auf Einwegplastikflaschen und Dosen in Höhe von 20 Cent zusätzlich zum Pfand. Die „Mehrweg-Allianz“ besteht aus der Deutschen Umwelthilfe (DUH), der Stiftung Initiative Mehrweg (SIM), dem Verband des deutschen Getränkefachgroßhandels (GFGH), dem Verband des Deutschen Getränke-Einzelhandels (EHV), dem Verband Private Brauereien Deutschland und dem Verband Pro Mehrweg.

Die DUH kündigt eine regelmäßige Überprüfung des Beitrags der größten Marktakteure in der Getränkewirtschaft zur Umsetzung der Mehrwegquote an und wird die Ergebnisse hierzu veröffentlichen. Als Antwort auf die Angriffe einwegorientierter Abfüller und Händler auf das Mehrwegsystem startet die „Mehrweg-Allianz“ gemeinsam mit über 5.000 Getränkehändlern, Brauereien, Mineralbrunnen und Fruchtsaftabfüllern die zwölfte Auflage der bundesweit größten Verbraucherkampagne „Mehrweg ist Klimaschutz“. Ziel der Initiative ist es, Kunden zu einem umweltbewussten Kauf von Mehrwegflaschen und zum Verzicht auf umweltschädliche Getränkedosen und Einweg-Plastikflaschen zu bewegen. Die Wiederbefüllung von Getränkeflaschen spart im Vergleich zur Neuherstellung erhebliche Mengen an Ressourcen, Energie und Treibhausgasemissionen ein. Während Mehrweggetränkeverpackungen Abfälle vermeiden und die oberste Stufe der fünfstufigen Abfallhierarchie umsetzen, entspricht das Recycling von Einweg-Getränkeverpackungen lediglich der dritten Stufe der Abfallhierarchie.

Wiederverwendbare Mehrwegflaschen sind ein Schlüssel zur Lösung des Problems von zu viel Plastikmüll und auch Dosenschrott. Am 28. Mai 2018 stellte die EU-Kommission in Brüssel einen Richtlinienentwurf zur Vermeidung von Einwegprodukten aus Plastik in der Umwelt vor. Sie empfiehlt den EU- Mitgliedstaaten, verbindliche Wiederverwendungsquoten sowie Abgaben auf Einweg-Plastikartikel vorzugeben. Sogar ein Verbot von Plastikgeschirr wird gefordert. Während die EU nach wirksamen Lösungen des Plastikproblems sucht, hat die deutsche Bundesregierung offenkundig ein großes Herz für die Kunststoff- und Dosenindustrie. Trotz einer gesetzlichen Mehrwegquote schaut sie dem Schrumpfen des Mehrwegsystems tatenlos zu.
Deutschland muss vom Bremser zum Gestalter werden und die Mehrwegquote auch mit Sanktionen durchsetzen. Allein in Deutschland werden jährlich rund 16 Milliarden Einweg-Plastikflaschen mit einem Gewicht von mehr als 450.000 Tonnen hergestellt – mit fatalen Folgen für die Umwelt. Wenn bereits jetzt erkennbar ist, dass Mehrwegflaschen bis 2021 den Marktanteil von 70 Prozent nicht erreichen werden, muss die Bundesregierung gemäß einem Entschließungsantrag des Bundestages vom 28. März 2017 „weitergehende rechtliche Maßnahmen“ entwickeln. Eine solche Maßnahme muss nach Einschätzung der „Mehrweg-Allianz“ die Einführung einer Lenkungsabgabe auf Einweggetränkeverpackungen in Höhe von 20 Cent sein, wie sie bei Alkopops seit Jahren besteht.

Für eine selbstbestimmte Entscheidung am Verkaufsregal ist es notwendig, dass Verbraucher Mehrweg und Einweg eindeutig unterscheiden können. Deshalb hat die Bundesregierung im Verpackungsgesetz eine Kennzeichnung am Verkaufsort in unmittelbarer Nähe zum Produkt festgelegt. Eine Kennzeichnung auf dem Produkt wäre im Vergleich zur Kennzeichnung am Regal nach Einschätzung der „Mehrweg-Allianz“ die deutlich wirksamere und auch effizientere Alternative gewesen. Die Bundesregierung muss deshalb nachbessern und eine verbraucherfreundliche Kennzeichnung auf dem Produkt gesetzlich verpflichtend machen.

Nach dem Willen der neuen Umweltministerin Svenja Schulze sollen die völlig unverständlichen und kontraproduktiven Ausnahmen von Säften und Nektaren aus der Einwegpfandregelung weiterhin fortbestehen. Die „Mehrweg-Allianz“ fordert hingegen eine Vereinfachung der Einwegpfandpflicht, die anhand der Getränkeverpackung festgelegt werden muss, weil niemand nachvollziehen kann, warum dieselbe Einwegplastikflasche mit Cola bepfandet, aber mit Saft unbepfandet sein soll. Weil der Getränkekarton ebenfalls eine ressourcenvergeudende Einwegverpackung ist, muss auch der künftig mit einem Einwegpfand belegt werden.

Beim Einwegpfand ziehen andere europäische Länder am seit Jahren untätigen Deutschland vorbei. Aktuell hat die dänische Regierung eine Ausweitung des Einwegpfandes auf Getränkeverpackungen mit Säften und Nektaren beschlossen. Die neue Regelung soll zum 1.1.2020 in Kraft treten. Die „Mehrweg-Allianz“ fordert auch in Deutschland eine Ausweitung der Einwegpfandpflicht auf Säfte und Nektare bis zum 1.1.2020.
Die Begründung, dass Säfte und Nektare nicht bepfandet sein sollten, da Einweg-Plastikflaschen in diesem Bereich eine Polyamid-Schicht enthalten, die das Recycling stört, ist nicht überzeugend. Die automatische Sortiertechnik ist inzwischen so weit entwickelt, dass Plastikflaschen mit oder ohne Polyamid-Anteil problemlos erkannt und getrennt werden können. Das Ziel der Einwegpfandpflicht, Kaufentscheidungen zugunsten von Mehrweg zu beeinflussen, die Vermüllung der Umwelt zu verringern und ein hochwertiges Recycling zu ermöglichen gilt für Getränkeverpackungen im Saft- und Nektarbereich ebenso wie in allen anderen Segmenten.

Hintergrund Kampagne Mehrweg ist Klimaschutz:

Seit 2007 informieren Umwelt-, Verbraucher und Wirtschaftsverbände Bürger über die Umweltfreundlichkeit von Getränkeverpackungen. Verbraucher sollen so bei einer selbstbestimmten Kaufentscheidung unterstützt werden. Das diesjährige Kampagnenmotiv zeigt eine Weltkugel in der Perlenflasche – sie ist die bekannteste Mehrwegflasche der Welt und feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum. Das Motiv verdeutlicht den Beitrag wiederverwendbarer Mehrwegflaschen zum Schutz unseres Planeten und des Klimas.

Links:

Frei verwendbare Druckvorlagen für Flyer und Poster der Kampagne „Mehrweg ist Klimaschutz“:
https://www.duh.de/mehrweg-klimaschutz0/downloads/

Forderungspapier zum Mehrwegschutz:
http://l.duh.de/p190429

Vorteile von Mehrwegflaschen:
https://www.duh.de/mehrweg-klimaschutz0/vorteile-von-mehrweg/

Probleme durch Einweg-Plastikflaschen:
https://www.duh.de/mehrweg-klimaschutz0/einweg-plastikflaschen/

Fakten zu Ökobilanzen von Getränkeverpackungen:
http://l.duh.de/p190429

Interview GFGH: Mehrweg for Future

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18. November 2019 - Der geschäftsführende Vorstand des Pro Mehrweg e.V., Günther Guder, nimmt in einem Interview mit der Fachzeitschrift Getränkefachgroßhandel Stellung zu den aktuellen Themen des...

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Wertschätzung ist wichtig!

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